Planer zeigen klassisch moderne Architektur

Das Architektenbüro Ruhnke und Partner.
Das Architektenbüro Ruhnke und Partner.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Wochenende ist der Tag der Architektur. In Hattingen öffnet das Planungsbüro Ruhnke und Partner die Türes seines Neubaus in Niederbonsfeld. Seit 20 Jahren gibt es die Firma.

Hattingen.. Zum 20. Mal findet in diesem Jahr der Tag der Architektur statt und seit 20 Jahren gibt es auch das dieses Mal einzige vertretene Hattinger Architekturbüro. Marc Ruhnke und sein Vater Detlef zeigen am Wochenende des 27. und 28. Juni das neue Domizil ihres Planungsbüros Ruhnke und Partner am Vogelsberg 8 in Niederbonsfeld.

Für Marc Ruhnke ist das Gebäude Arbeitsplatz und Wohnraum in einem. Denn während im einen Teil an neuen Gestaltungsideen getüfelt wird, befindet sich im anderen die Wohnung der Familie. Beides wird beim Tag der Architektur für Besichtigungen offen stehen.

Seit Ende des vergangen Jahres sind die Architekten in ihrem neuen Haus. Zuvor waren an der Tippelstraße die Ideen für neue Bauten entstanden. Und dort gründete Detlef Ruhnke auch seine eigene Firma. „Der Anfang, das war an einer selbst gezimmerten Zeichenplatte im Keller“, erinnert sich der heute 66-Jährige. Er entwarf viel für den Handel, konzentrierte sich dann verstärkt auf den Wohnungsbau. „Aber ich bin Generalist. Wir bauen alles von der Reithalle bis zum Wohnhaus. Ich will mich nicht spezialisieren“, erklärt er und ist sich darin mit seinem Sohn einig.

Der ist seit zwölf Jahren Partner, half schon als Student in dem damaligen Ein-Mann-Betrieb mit. „Als ich sagte, ich will Architekt werden, meinte mein Vater, ob ich nicht etwas Anständiges lernen wollte“, lacht der 39-Jährige. Inzwischen beschäftigen die beiden sieben Angestellte und freie Mitarbeiter.

Zu den Aufträgen im privaten Wohnungsmarkt kamen die professioneller Bauherren – zum Beispiel Wohnungsbaugenossenschaften wie die Gartenstadt Hüttenau. Seit 2010 planen die Hattinger außerdem Industriebauten.

Nachhaltiges Bauen

Verstärkt geht es um barrierefreies Bauen – vor allem im Wohnungsbau wissen Vater und Sohn. Gestaltungstrends möchten sie dagegen nicht ausmachen. „Wir sind keine Star-Architekten, die sich durchsetzen wollen. Wir setzen den Stil des Bauherren um“, sagt Marc Ruhnke. Allerdings, Empfehlungen geben die beiden schon ab. „Es sollten zeitlose Materialien und Farben gewählt werden“, findet der 39-Jährige. Und er ergänzt: „Nur weil rosa gerade in ist, würde ich nicht alles in rosa machen.“ Ziel ist es, werthaltig und nachhaltig zu bauen. Klassisch modern mit geraden Linien sei der Stil der Zeit, mit den Farben Weiß, Grau und Erdtönen, gibt Detlef Ruhnke dann doch eine Trendeinschätzung ab. „Ein bisschen Bauhaus.“ Und schlussendlich geben die finanziellen Möglichkeiten und die Rahmenbedingungen vieles vor. „Aber je größer die Zwänge, desto mehr Kreativität ist gefragt.“

Die haben sie auch an ihrem eigenen Haus bewiesen. So gibt der Bebauungsplan ein Satteldach vor. Also bauten die beiden Architekten einen kubischen zweigeschossigen Grundkörper mit einem zurückspringenden Dachgeschoss. Das ist ganz mit Aluminiumrauten verkleidet. „Das ist im Ruhrgebiet eher eine Seltenheit, aber langlebiger“, erklären die beiden. Eine weitere Besonderheit: Die Dachrinne ist, obwohl vorhanden, nicht zu sehen. Denn die Rauten sind so gedeckt, dass sie von unten betrachtet von der Wand zum Dach scheinbar nahtlos ineinander übergehen. Ins Auge fallen auch die großen Fensterflächen und die geräumige Dachterrasse. Und die gehört tatsächlich zum Arbeitsbereich des Hauses – für die Mittagspause mit Aussicht.