Plätze an der Sonne
15.07.2007 | 14:56 Uhr 2007-07-15T14:56:46+0200Während sich die einen in aller Ruhe bräunen konnten, mussten andere richtig hart arbeiten.Die Landwirte nutzten die lang ersehnten trockenen Tage zur Ernte
Platsch! Mit einem Sprung landet Nele im Wasser. Auf dieses Bad hat sie sich vermutlich schon lange gefreut. Viel zu lange war das Schwimmen in der Ruhr verboten - schlechtes Wetter, hoher Pegel, Erkältungsgefahr.
Auch Kalle und Chasja nehmen Anlauf und springen. Wie Leistungsschwimmer paddeln die Hunde davon - jeder hinter seinem eigenen Ball her. "Schwimmen ist gut für die Gesundheit", meint Thomas Gramoschke, dem seine eigene Gesundheit allerdings nicht so sehr am Herzen liegt, als dass er selbst ein Bad nehmen wollte.
Gemeinsam mit seiner Frau Marion und den drei Hunden genießt er den Vormittag an der Ruhr. Die Ruhrwiesen präsentieren sich idyllisch. Vereinzelt sitzen Angler am Ufer, Badegäste und Sonnenanbeter scheinen entweder noch zu schlafen oder ausgeflogen zu sein. Kurz: Nix los an der Ruhr.
Für Manfred und Susanne Weber aus Gevelsberg ist das der Idealzustand. "Wir sitzen schon seit halb sechs hier", erzählt sie. Angler sind eben Frühaufsteher. Während Manfred Weber seine beiden Angeln im Auge behält, entspannt sich seine Frau auf der mitgebrachten Camping-Liege. Sonnenschirm und Schirmmütze schützen die beiden vor der warmen Sonne.
"Ich kann beim Angeln sehr schön entspannen", sagt er. Zwei Fische haben bereits an seiner Leine gezappelt, ein Barsch und ein Döbel. Beide hat Manfred Weber wieder in die Freiheit entlassen, weil sie zu klein waren. "Für mich ist das ein reines Hobby. Ob ich einen Fisch fange oder nicht, interessiert mich nicht", erklärt er gelassen.
Die beiden machen es sich einfach gemütlich. Ein zünftiges Picknick gehört dazu. Und wenn dann einmal direkt neben der Angel ein Hund ins Wasser hechtet, dann macht das auch nichts. Frei nach einem alten Sprichwort: "Der Weg ist das Ziel."
Auf dem Weg befindet sich auch Landwirt Holger Sirges. Sein Wochenende verbringt er auf dem Fahrersitz seines Treckers. Gerade hat er noch das Gras seiner Kuhwiese abgemäht. "Damit es besser nachwächst", erklärt der Betriebsschlosser. Seine Ernte hat er bereits unter Dach und Fach - 24 Hektar Grünland bearbeitet er nebenberuflich. Doch nur, weil er seine Ernte eingefahren hat, ist noch lange keine Entspannung angesagt: Vom Wodantal aus macht er sich auf den Weg zum Vetter.
In Hattingen wollen die beiden Silo machen, und am nächsten Tag mit der Gerste-Ernte beginnen. Das gute Wetter will genutzt werden, denn: "Dienstag gibt es wieder Regen. Besser wäre es, wenn Ostwind wäre. Dann hätten wir ein richtiges Hoch", meint Sirges und wirft einen Blick Richtung Himmel. Nicht viel Zeit für die Ernte. "Einige Bauern haben ja noch gar nichts gemacht, denen fehlt ein ganzer Schnitt", meint Sirges. Für die werde es jetzt knapp.
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