Piano-Jazz zur Extraschicht soll bleiben

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Nach der Premiere im vergangenen Jahr gehen Klavierfestival und Industriemuseum ihren Weg weiter. Zudem gastiert am 29. April Florian Weber mit dem Bundesjazzorchester in der Gebläsehalle.

Hattingen..  Die Macher des Klavierfestivals fühlen sich wohl in der Gebläsehalle. Das wird immer wieder betont, das wird jedes Jahr aufs Neue durch hochkarätige Piano-Jazz-Konzerte zum Ausdruck gebracht. In diesem Jahr gibt es zwei Veranstaltungen: Am Mittwoch, 29. April, kommt Florian Weber mit dem Bundesjazz­orchester nach Hattingen, am Samstag, 20. Juni, steht die Extraschicht wieder im Zeichen der ­„Jazz Line“, wenn zwei Trios mit Studenten der Folkwang-Universität ­Essen und von der Hochschule für Musik in Köln aufspielen.

Das Experiment, die Extraschicht mit dem Klavierfestival zu bespielen, gab es im vergangenen Jahr zum ersten Mal – mit dem Sebastian Scobel Trio. In diesem Jahr geht es also in die zweite Runde. „Wir geben der Sache Zeit, das soll sich auf Dauer etablieren“, sagt Museumsleiter Robert Laube. „Aber es wäre doch schön, wenn die Leute in ein paar Jahren wissen: Ah, in der Jahrhunderthalle in Bochum gibt es Klavier klassisch an diesem Abend, im ­Industriemuseum Henrichshütte Piano-Jazz.“

Auftreten werden zwei Trios der Jazz-Abteilung der Folkwang Universität Essen aus der Klasse von Thomas Hufschmidt (bekannt auch von vielen Auftritten im DGB-Bildungszentrum am Homberg) und der Hochschule für Musik Köln. „Sie werden den Besuchern der Extraschicht auf der Henrichshütte in vier Sets kräftig einheizen“, versprechen die Veranstalter, die die Premiere im vergangenen Jahr als erfolgreich bezeichnen. „Auch 2015 steht alles im Zeichen des Jazz. Wie beim Klavier-Marathon in Bochum geben wir dabei dem künstlerischen Nachwuchs eine Bühne.“

Welche Wertschätzung das Industriemuseum Henrichshütte mit seiner Gebläsehalle bei den Veranstaltern des Klavierfestivals genießt, beweist ein Blick in die Liste der Jazz-Stars, die hier in den Jahren aufgetreten sind. 2006 gab es beispielsweise das Abschlusskonzert des gesamten Festivals an der Werksstraße – mit Trompeter Till Brönner und seinen Piano Friends; Helen Schneider war zu Gast, immer wieder der mehrfach Grammy-Gewinner Michel Camilo; Jacques Loussier, und, und, und.

Nun also Florian Weber. Der aus Detmold stammende Kölner beeindruckte mit seinem deutsch-amerikanisch-israelischen Trio Minsarah Cool-Jazz- Ikone Lee Konitz – sodass dieser alle drei für sein New Quartet und für Live-Aufnahmen im New Yorker Village Vanguard verpflichtete. Zum Klavierfestival kommt Weber als Gastsolist des Jugendjazzorchesters der Bundesrepublik, kurz Bu-Jazz-O, jener Talentschmiede, die schon Größen wie Till Brönner oder Michael Wollny hervorgebracht hat.

(Tickets: 45|35|25|15 Euro).

Karten gibt es unter der Rufnummer 01806/ 500 803 (20 Ct. aus dem Festnetz, max. 60 Ct. mobil) oder im Internet auf der Seite www.klavierfestival.de