Pflanzenparadies rund um Wittener Reihenhaus

Monika Marciniak hat rund um ihr Haus an der Dürener Straße in Witten einen prächtigen Staudengarten mit vielen Blütenpflanzen angelegt.  Foto: Jürgen Theobald
Monika Marciniak hat rund um ihr Haus an der Dürener Straße in Witten einen prächtigen Staudengarten mit vielen Blütenpflanzen angelegt. Foto: Jürgen Theobald
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Was wir bereits wissen
Monika Marciniak entspannt sich beim gießen, jäten, hackeln. In Stockum hat sie auf 200 qm einen üppigen Stauden- und Blütengarten angelegt.

Witten..  Wenn man sich einen Traumgarten vorstellt, dann wäre der von Monika Marciniak mit dabei. Ihr Garten schmiegt sich schmal um ein Reiheneckhaus in Stockum. Die 70-Jährige züchtet alles selbst, experimentiert viel und lässt so Besucher in jeder Ecke etwas Neues entdecken.

Es summt und brummt und zwitschert an der Ecke Dürener Straße/Himmelohstraße. Man mag kaum glauben, dass man aus dieser gut befahrenen Straßenecke diese Oase schaffen kann. Aber vor vier Jahren hat Monika Marciniak eine Gabionen-Mauer aus Sandsteinen ziehen lassen. Außen lässt sie Efeu und Clematis wachsen, innen stapeln sich üppig wuchernde Pflanzen. Lavendel und Frauenmantel, Glockenblumen, Sommerveilchen, lila Kugellauch, Baumpfingstrosen und Heckenrosen, Nachtkerze und Sonnenhut.

Der Garten als Ausgleich

„Vieles sät sich selbst“, sagt die Gartenfreundin. Oder: „Das kam mir zugeflogen.“ Fast keine Pflanze wurde gekauft, wenn überhaupt, getauscht. Am liebsten aber steckt die Stockumerin einfach Saatgut in die Erde und guckt, was sich daraus entwickelt. Etwa: eine Nektarine, ein Kiwi-Baum, Physalis. „Wenn mir eine Pflaume besonders gut schmeckt, stecke ich den Stein in die Erde“, schmunzelt sie.

Behände krabbelt sie zwischen die Beete und begeistert sich. Die Spinnenblume! „Früher stand so eine in jedem Bauerngarten.“ Oder die Rose „Gloria Dei“: „Meine ist 35 Jahre alt. Sie blüht gelb, mit einem Hauch rosa.“ Und was ist das? „Das ist Kuddelmuddel.“ Sitzecken gibt es wenige in ihrem nur 200 qm großen Garten, nur einige sonnig platzierte Bänke. „Ich sitze höchstens zwei Minuten. Dann sehe ich wiedre was und stehe auf.“

In dem Stockumer Haus lebt sie seit über 30 Jahren, ihr toller Garten existiert aber erst wenige Jahren – nach einem stressigen Job und einer schwierigen Familienzeit ist er nun im Ruhestand ihr Ausgleich und irgendwie auch ihre Therapie. „Ich spreche auch mit meinen Pflanzen und streichele sie“, gesteht die 70-Jährige. Das ist das eine Triebmittel, aber wie düngt sie diese Pracht noch? „Das Geheimnis ist die Mauer. Die hält die kalten Ostwinde ab.“ Und Unkraut? „Unkraut hat zwischen den ganzen Blumen eh keinen Platz.“ Wobei viele Pflanzen, die andere rausrupfen würden, bei der Stockumerin durchaus eine Berechtigung haben. Strukturierte Flächen mit den modernen klaren Gartenmöbeln gefallen ihr nicht. „Das ist mir zu langweilig.“

Zum Naschen verstecken sich auch einige Nutzpflanzen rund ums gläserne Gartenhaus: Brombeer- und Himbeerhecken, ein kleines Erdbeerfeld. Das wird in diesem Jahr viel Marmelade! Dann Stangenbohnen und Erbsen. Tomaten, Avocado, Granatapfel und Kartoffeln wachsen im Bottich. Wie viele Kübel sich auf dem Areal verteilen! „Das Schlimme ist: im Winter muss ich die ganzen Pflanzen in mein Gewächshaus und in den Wintergarten stapeln!“ Darum muss sich die Frau mit dem grünen Daumen disziplinieren: Ihre Sammlung an Passionsblumen oder Agaven ist fast zuviel, viele Ableger verschenkt sie.

Hat sie eine Lieblingspflanze? Offensichtlich nicht. Monika Marciniak kommt aus dem Aufzählen gar nicht heraus: die rostrote Fette Henne gefällt ihr und ihre Baumpaeonie. Oder die dunkelblaue Winde, die nur an einem Tag im Jahr blüht.

Puh, sind Pflanzen anstrengend! Kein Wunder, dass die Dame jeden Tag im Garten hockt und hackelt. „Aber nur so find’ ich meine Ruhe.“ Was macht sie eigentlich im Winter? „Dann lese ich.“ Überhaupt hält sie es mit Cicero. Der wusste schon: „Gib’ mir einen Garten und eine Bücherei und ich habe alles, was ich brauche zum Leben.“