Personalnot plagt Polizei
08.04.2010 | 19:55 Uhr 2010-04-08T19:55:00+0200
Hattingen. Der Vorstand der Gewerkschaft der Polizei sprach mit SPD-Landtagsabgeordneten. Beide Seiten sind gegen Billigpolizei.
Die Personalsituation bereitet der Polizei große Sorgen. Auch die Altersstruktur der Beamten sowie die Pläne der Landesregierung, Hilfspolizisten einzusetzen. Die Themen brachten Rainer Peltz, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im EN-Kreis, und Uwe Brüggemann vom GdP-Vorstand, beim Gespräch mit SPD-Landtagsabgeordneten auf den Tisch.
Einvernehmen herrschte bei allen Themen, ganz rigoros aber darüber, dass es keine Billigpolizei geben dürfe. Nicht mit den Sozialdemokraten, sagten Rainer Bovermann (Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter), Thomas Stotko (Witten, Herdecke) und Hubertus Kramer (Gevelsberg, Ennepetal, Breckerfeld). Männer und Frauen, die nach einem Drei-Monats-Kurs mit Waffe auf die Straße gelassen würden, hielt Thomas Stotko schlichtweg auch für ein Sicherheitsrisiko. Rainer Peltz wehrte sich gegen diese Art von Wachpolizei, die im Notfall selbst die 110 wählen müsse, um einen richtigen Polizisten zu rufen.
Von denen würden viel mehr gebraucht, forderte er. 1500 statt der 1100 pro Jahr für NRW vorgesehenen Einstellungen. Das reiche nicht einmal aus, um Stellen der ausscheidenden Kollegen zu besetzen. Wichtig war Peltz auch das Thema Mitbestimmung, die zerschlagen worden sei. Heute würde ein Personalrat über eine Umsetzung oder Abmahnung lediglich in Kenntnis gesetzt, sagte er, bevor er auf die Altersstruktur zu sprechen kam.
„Die Polizei wird älter.“ Damit überraschte er seine Gesprächspartner nicht, denn der demografische Wandel bei der Polizei ist kein Geheimnis. Viele würden bald gleichzeitig pensioniert. Sie nehmen dann ihr Wissen mit, reißen Löcher. Denn es können nicht beliebig viele Polizisten gleichzeitig ausgebildet werden. Die Kapazitäten der Ausbildungsstätten seien beschränkt, warf Hubertus Kramer ein. Vorplanung sei gefragt.
Besser planen bedeute zudem, im Blick zu behalten, welche Kollegen tatsächlich einsetzbar sind oder wegen Krankheit, Elternzeit oder Fortbildung ausfallen. Personalreserven seien nötig, sagte Stotko. Peltz: „Es gibt für Polizisten keinen freien Markt, um Ersatz zu suchen.“
21:31
So werden die menschen damit leben müssen, abends am Busbahnhof Angst haben zu müssen oder nach Einbdruch der Dämmerung in der Stadt überfallen und zusammen geschlagen zu werden.
Und die Täter ? Die hatten eine schwere Jugend. Oder einen Migrationshintergrund. Das stimmt nicht nur Hattinger Richter milde.