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Patienten bringen die Keime mit

20.08.2013 | 22:00 Uhr
Patienten bringen die Keime mit
Foto: Kleinrensing

Hattingen.   Hattinger Kliniken testen jeden Risikopatienten bei der Aufnahme auf MRSA. Betroffene müssen isoliert werden, um Ansteckungen zu vermeiden.

In drei Duisburger Kliniken ist die Zahl von Personen die den resistenten Keim MRSA tragen sprunghaft angestiegen. Auch in den Hattinger Kliniken sind MRSA und das Hygienemanagement ein allgegenwärtiges Thema. Aber „die MRSA-Bekämpfung im Kreis läuft gut“, zeigt sich Dr. Sabine Klinke-Rehbein, Leiterin des Ärztlichen Dienstes des Ennepe-Ruhr-Kreises optimistisch.

In einer Studie hatte der Kreis 2012 zwei Wochen lang untersucht, wieviele Patienten bei der Aufnahme im Krankenhaus mit multiresistenten Keimen belastet waren. Das Ergebnis: 2,4 Prozent. „In dieser Zeit haben wir alle Patienten getestet, danach die Risikopatienten“, erklärt Prof. Andreas Tromm vom Evangelischen Krankenhaus (EvK). 1,11 Prozent der Neuzugänge im EvK haben den Keim bereits getragen. „Im Normalfall kann einem MRSA nichts anhaben, wenn das Immunsystem okay ist“, betont Tobias Pott, Pressesprecher der Helios Kliniken zu denen die Reha-Klinik in Holthausen gehört.

Besonders diese Klinik ist durch eingeschleppte Keime stark belastet, hat sie doch besonders risikoreiche Patienten. Zur Risikogruppe gehören zum Beispiel Menschen, die vor kurzem im Krankenhaus waren, mit Antibiotika behandelt wurden oder auch Menschen, die beatmet werden müssen. Auf seiner Internetseite veröffentlicht Helios die Belastung der Kliniken mit Erregern. Dafür wird jeder Patient bei der Aufnahme per Abstrich an der Nasenschleimhaut auf den Erreger untersucht. 2012 brachten danach von 100 Patienten 4,63 den Keim mit – im Bundesdurchschnitt sind es nur 1,13. Das Hygienemanagement scheint in Holthausen aber zu funktionieren, denn die Rate der Neuansteckungen in der Klinik liegt deutlich unter der bundesweiten und unter der der eingeschleppten Keime.

„Ein Großteil der MRSA-betroffenen Patienten – 84 Prozent – ist bereits vor der Klinikaufnahme Keimträger“, betont Dr. Friederike Lemm, Leiterin der Hygieneabteilung der Klinik Blankenstein. Wie auch im EvK und im St.-Elisabeth-Krankenhaus werden dort Risikofaktoren durch einen Fragebogen ermittelt und Risikopatienten dann getestet. „Wir haben in den beiden Häusern in Essen und Niederwenigern zusammen etwa 10 bis 15 Fälle im Monat“, erklärt Dr. Herwig Kasper, Hygienebeauftragter in Niederwenigern.

Wird der Erreger festgestellt, werden die Patienten in allen Häusern isoliert. Besucher dürfen die Zimmer nur mit Kittel, Mundschutz und Handschuhen betreten. „Davor muss man keine Angst haben, man muss nur vorsorgen“, beruhigt Tromm. Zu dieser Vorsorge gehört für ihn auch, „dass ich Patienten nicht mehr die Hand gebe.“ Das sei keine Unfreundlichkeit, sondern die Vermeidung einer möglichen Übertragungsquelle.

Sabine Weidemann


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