Patenschaften für Kinder sind ein Erfolgsmodell

Thekla Bieder (r.) und Tanja Lausberg
Thekla Bieder (r.) und Tanja Lausberg
Foto: KP
Was wir bereits wissen
Der Verein Kipa hat die Zahl seiner Mitstreiter in zwei Jahren verdreifacht.

Hattingen..  „Ich hätte nie gedacht, dass sich das so entwickelt“, freut sich Thekla Bieder, Vorsitzende des Vereins Kipa. Seit nunmehr zwei Jahren setzt sie sich mit ihren Mitstreitern für Kinder in Hattingen ein, vermittelt Patenschaften. Und das sehr erfolgreich. Wo der Verein im Frühjahr 2013 mit sieben Mitgliedern gestartet war, schenken inzwischen 22 Paten Hattinger Kindern ihre Zeit.

Kipa unterstützt nicht finanziell, sondern will seinen Schützlingen schöne Stunden und besondere Erlebnisse mit ihren Paten schenken. Inzwischen werden 17 Kinder in Einzelpatenschaften betreut. Das Angebot richtet sich besonders an Familien in schwierigen Lebensabschnitten, in denen es keine weitere familiäre Unterstützung gibt. Die Kipa-Vorsitzende dankt dabei auch den Eltern für ihr Vertrauen.

Ursprünglich wurden Kinder ab fünf Jahren in das Projekt aufgenommen. Inzwischen habe man sich aber, was das Alter angeht, nach oben und unten für Anfragen geöffnet. So konnten auch schon Bitten von Alleinerziehenden, die sich „Großeltern“ für ihre Kleinkinder wünschten, erfüllt werden. Außerdem wurden für zwei zwölf- und 13-jährige Mädchen und einen 13-jährigen Jungen Paten gefunden. „Die sind dann wie große Schwestern oder Brüder, gehen shoppen, quatschen oder die Jungs gehen zum Fußball“, erzählt sie. Inzwischen gibt es sogar eine kurze Warteliste von Kindern, die auf Paten warten.

Paten gibt es bei Kipa in allen Altersgruppen. Das jüngste Mitglied ist 21 Jahre alt, das älteste 69 Jahre. Vier Studenten machen mit. Nur über mehr männliche Unterstützung würde sich Bieder freuen. Auch Tanja Lausberg, die Neue im Vorstand, wirbt für das Modell: „Die Kinder zeigen uns Erwachsenen auf ihre Art, die Welt nicht zu ernst zu sehen. Man sieht als Pate auch wieder die kleinen Dinge im Leben bewusster. Eine Patenschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.“ Allerdings schränkt Bieder ein: „Wir wollen nicht unendlich wachsen, alles soll familiär bleiben.“