Papier-Perlen und Pasta-Preziosen
03.08.2010 | 17:07 Uhr 2010-08-03T17:07:00+0200
Hattingen. In der Schmuckwerkstatt basteln junge Designerinnen Armbänder, Ketten und Ringe aus einfachen Materialien.
Edle Perlen, schmucke Ringe, einzigartige Juwelen – kurz: Feinstes Geschmeide entsteht im Atelier An der Hunsebeck. Weil es die jungen Schmuckdesignerinnen aber gern bodenständig mögen, nennen sie ihre Kreativwerkstatt schlicht „Kinder- und Jugendtreff Welper“, und ihre Kunst lieber „Ferienspaß“. Wir nennen das einfach mal eine sanfte, aber sympathische Untertreibung.
14 Mädchen haben sich zur Schmuckwerkstatt angemeldet. Drei Tage basteln, kleben, auffädeln. Dabei können sie sich nicht einfach aus einem Baukasten bedienen, eine Perle von da, eine von dort.
Nein, Perlen, Ringe und Anhänger werden selbst gebastelt, aus einem Material, das spontan so gar keine Schmuck-Qualitäten zu haben scheint: aus Zeitungspapier. Vorbei die Zeiten, als man sagte, in der Zeitung von heute werde der Fisch von morgen eingewickelt. Nein, aus der Zeitung von heute werden in Welper die Juwelen von morgen, echte Designerinnen-Stücke von unschätzbarem Wert.
Die Verarbeitung ist einfach. „Wir haben zuerst aus Zeitungspapier kleine Kugeln gerollt“, erklärt Alina (9). „Dann haben wir schmale Papierstreifen gemacht, und die in Kleister getunkt. Damit haben wir dann die Kugeln beklebt.“ Nach dem Trocknen haben die Mädchen ihre Kugeln angemalt. „Ich habe ganz bunte Farben genommen“, sagt Alina. Außer runden Papierperlen hat sie auch längliche Perlen gerollt. Als Basis diente dabei ein abgeschnittenes Q-Tip-Röhrchen.
Während Alina und Freundin Sina noch ein paar Feinarbeiten an ihren Perlen vornehmen, haben sich andere am Materialtisch in der Mitte des Raumes versammelt. Ein feines Knuspern liegt in der Luft, ein Knacken, zu hart für Kekse oder Rohkost. „Jetzt essen die glatt die Nudeln“, flüstert Betreuerin Katharina.
Was mit Gold und Edelsteinen nicht ginge, ist in der Schmuckwerkstatt völlig gefahrlos: das Verspeisen von Rohstoffen für die Schmuckproduktion. Eigentlich sollen Farfalle und Röhrchennudeln zu Armbändern und Kettenanhängern verarbeitet werden. Aber manchmal bleibt eine Nudel eben eine Nudel und landet schlicht im Magen.
Chrissy (13) hat kleine Nudeln auf einen Draht gefädelt. Den Draht zu verschließen ist etwas kompliziert. „Das Armband ist für meine Mutter“, sagt sie. Für sich selbst will sie eine Kette machen, mit einer rot lackierten Farfalle als Anhänger.
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