Pannenhilfe aus eigenem Haus
20.06.2007 | 08:58 Uhr 2007-06-20T08:58:56+0200Die ehemaligen Geschäftsführer der Kamps-Autohäuser in Hattingen und Witten übernehmen die Filialen.Unterstützung gibt es von der Bochumer Tiemeyer-Gruppe. Kamps war in finanzielle Schieflage geraten
Die Gebrauchtwagenausstellung ist auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Die Kamps-Gruppe hatte sich aus Finanznöten von einem großen Teil ihres Fahrzeugbestandes trennen müssen, sagen Klaus Grohnert und Joachim Busch. Die alten und neuen Geschäftsleiter des Volkswagen-Autohauses verdeutlichen, dass das Überleben der beiden Autohäuser in Witten und Hattingen auf dem Spiel gestanden habe.
Die Kamps-Gruppe - seit den 1990-er Jahren Eigentümer der Betriebe - habe in den neuen Bundesländern viel investiert. Vor allem in Immobilien. Die stark rückläufigen Verkaufszahlen in Hattingen und Witten hätten das Ost-Minus nicht wett machen können. Statt der durchschnittlich etwa 1000 Neuwagen pro Jahr hätten während der Konsolidierungsphase nur noch etwa 500 Fahrzeuge verkauft werden können.
Für die 80 Mitarbeiter und zehn Auszubildenden keimt jetzt neue Hoffnung. In einem so genannten Asset Deal haben die beiden langjährigen Geschäftsleiter das Haus gemeinsam mit der Bochumer Tiemeyer-Gruppe übernommen. Die neu gegründete GmbH übernimmt zum 30. Juni die Immobilien und die Mitarbeiter. Die Verbindlichkeiten bleiben bei Kamps.
"Wir wollen unser Fachwissen zusammenziehen", erklärt Klaus Grohnert. Teure Werkzeuge sollen künftig nur noch einmal angeschafft werden. "Wir profitieren vom Know-How der Tiemeyer-Gruppe." Der Bochumer Händler besitzt Anteile in unbekannter Höhe an der GmbH.
Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben, versichern die Geschäftsführer. Mit den Angestellten sei eine Vereinbarung getroffen worden. Zusätzlich zum Grundgehalt könne sich das Personal bei anfallender Mehrarbeit etwas hinzu verdienen. "Zwei Drittel der Leute profitieren schon von dem Prämiensystem", sagt Grohnert. Der 54-Jährige, der seit 1993 die Wittener Filiale leitet, und sein 51-jähriger Kollege Joachim Busch blicken optimistisch in die Zukunft. "Wir haben ja nichts gekauft, was uns völlig unbekannt war", sagt Busch. Auch die Zahl der verkauften Neufahrzeuge soll wieder nach oben gehen.
Die frühere Ausstellungsfläche für Gebrauchtwagen, auf der bis zu 60 Fahrzeuge Platz finden, wollen die Geschäftsführer wieder einer Nutzung zuführen. "Vielleicht eine Waschstraße", überlegen Busch und Grohnert. Das hänge aber von der Genehmigung durch die Stadtverwaltung ab.
"Wir wollen unser Fachwissen zusammenziehen."
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