Ohne E 59: Hattinger Schüler kommen zu spät

Am Gymnasium Waldstraße
Am Gymnasium Waldstraße
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach der ersten Woche ohne den Einsatzwagen E 59 in Hattingen berichten Eltern und Schulleitung von Problemen. Die Bogestra bessert ab Donnerstag nach.

Hattingen.. Die Bogestra hat zum neuen Jahr die Schulbuslinie E 59 in Hattingen eingestellt. Nun ist die erste Schulwoche unter neuen Anfahrtbedingungen um. Und ab dem heutigen Donnerstag bessert die Bogestra nach. Jedoch nicht so, wie es sich die etwa 200 Eltern und Schüler, die gegen die Abschaffung des Einsatzwagens unterschrieben hatten, wohl gewünscht hätten.

„Es ist ganz gruselig“, zieht Kathrin B., deren Sohn die Realschule Grünstraße besucht, eine Zwischenbilanz. Als der E 59 noch fuhr, habe sie den Bus getestet: „Teilweise wurden Kinder nicht aufgenommen, weil es so überfüllt war“, ärgert sie sich. Ähnliches beobachte sie nun bei der Ausweich­linie CE 31. Sie macht sich vor allem Sorgen um die Sicherheit des Zehnjährigen, der jetzt „durch die halbe Stadt laufen muss“.

Auch Sandra Thüner, deren Sohn das Gymnasium Waldstraße besucht, ist unzufrieden mit der Situation. „Die Zeit zum Umsteigen ist viel zu knapp.“ Deshalb hat sich beschlossen, ihr Kind zur Schule zu fahren. „Ich hätte ihm gern die Eigenständigkeit gelassen, aber das ist mir zu unsicher – gerade jetzt im Dunkeln.“ Und so wie sie entschieden offenbar auch viele andere Eltern. Entsprechend sei „mächtig was los gewesen vor der Schule“.

Früher Start

Mehrere Eltern beklagen zudem, dass sich der Tag für die Kinder nun noch in die Länge ziehe. „Mein Sohn muss jetzt 20 Minuten früher los – er muss vor sechs Uhr aufstehen und ist bis 16 Uhr unterwegs“, sagt Kathrin B. Ebenso erlebt es Sandra Thüner: „Das ist unzumutbar“, findet die Mutter.

Probleme hat auch Schulleiter Dr. Heinz Niggemann beobachtet. „Es klappt gar nicht“, ist er frustriert. An mehren Tagen seien die Schüler des Gymnasiums Waldstraße, die mit dem Bus kommen, zehn Minuten oder eine Viertelstunde zu spät da gewesen – „weil der Bus in der Stadtmitte nicht gewartet hat“. Der Leiter des Gymnasiums kündigt an: „Wir werden wenn nötig jeden Tag bei der Bogestra anrufen.“

Jetzt bessert das Verkehrsunternehmen nach: Ab dem heutigen Donnerstag soll die Wartezeit am Umstieg verlängert werden – von bisher zwei, auf nun sieben Minuten. An der grundsätzlichen Entscheidung gegen den Schulbus E 59 ändert das aber nichts. „Die Busse wurden für das gesamte Betriebsgebiet umgestellt. In dem Gesamtkonzept können wir nicht einzelne Einsätze ändern“, erklärt Sprecherin Sandra Bruns. In den ersten Tagen hätte die Bogestra beobachtet, wie es läuft. Nachdem an den ersten zwei Tagen noch viel los gewesen sei, habe es danach keine größeren Probleme mehr gegeben, berichtet Bruns.