Nikolaus-Groß-Museum eröffnet am 7. Oktober

Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Nikolaus-Groß-Haus in Niederwenigern wird mit achtmonatiger Verzögerung für Besucher freigegeben. Oberes Stockwerk folgt 2016. Gruppen treffen sich schon.

Hattingen..  Ein Foto des Namensgebers hängt über der Tür seines Museums. Dieses präsentiert sich frisch renoviert, aber noch nicht ganz fertig in Niederwenigern: Mit mehr als achtmonatiger Verzögerung soll das Nikolaus-Groß-Haus am 7. Oktober offiziell eröffnet werden – am Tag der Seligsprechung des Widerstandskämpfers und NS-Opfers, von dem Weihbischof Grave sagte: „Ein Mann am Galgen, aber nicht tot zu kriegen...“.

Leben herrscht bereits jetzt in dem Haus. Auch wenn beide Etagen noch nicht ganz fertig sind – unten fehlen beispielsweise noch neue Vitrinen – und die obere sich ein weiteres Jahr Zeit lassen soll, bis sich die Seligsprechung 2016 zum 15. Mal jährt. So haben sich schon Gruppen im unteren Bereich um die lange Tafel versammelt. Nicht nur das Buch von Elisabeth und Nikolaus Groß „Sieben um einen Tisch“, herausgegeben von Sohn Bernhard Groß, ist in dem Raum zu finden, sondern auch Familienfotos der Eltern und ihrer sieben Kinder.

Förderverein investiert 50 000 Euro

Fertig sollte das Museum im modernen Outfit Ende Januar sein und im Rahmen des Triduums zum 70. Todestag von Nikolaus Groß eröffnet werden. Dass es nicht geklappt hat, liegt neben der winterlichen Umbauphase auch am Geld. 50 000 Euro hat der Förderverein für die Renovierung zusammengespart. Ein eher kleiner Fisch für den Bauausführenden, der sich zwischendurch größeren Projekten widmete. Weshalb sich das der Gemeinde nach hinten schob. Diese kann sich mit der Ausgestaltung der oberen Räume – in einem befindet sich die Todeszelle von Nikolaus Groß – jetzt mehr Zeit lassen.

Warum der Anbau sich optisch vom Museum und seinem Bruchstein abhebt, wurde Pastor Mirco Quint schon gefragt. Das wollte der Denkmalschutz so. Farblich angepasst, wirkt das Ensemble wie aus einem Guss, wobei der Anbau trotzdem als solcher erkennbar ist. In dem früher als Stall genutzten Raum steht noch nichts. Er soll zusätzliche Ausstellungsfläche zu aktuellen Anlässen bieten. So wird beispielsweise im Winter eine Krippe dort stehen. Ein Durchbruch, der ursprünglich an einer anderen Stelle geplant war, verbindet den unteren Raum mit dem Anbau. Verworfen wurde der Gedanke – aus bautechnischen und finanziellen Gründen – Besucher ein überdachtes Stück um das Haus herumzuführen.

Auch wer keinen bewussten Besuch im Museum plant, kommt jetzt schon mit ihm und mit Nikolaus Groß ihn Berührung. So steht die Haustür offen, damit Gottesdienstbesucher aus der Mauritius-Kirche nebenan die Toilette im Nikolaus-Groß-Museum nutzen können. Auf dem Weg dorthin kommen sie an einer Schautafel mit den wichtigsten Informationen vorbei.