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Jürgen Wilbert

Nichts ist undenkbar

03.08.2010 | 17:07 Uhr
Nichts ist undenkbar
Jürgen Wilbert (Aphoristiker und Autor) hält die Figur „Der Scheinheilige“ des Bildhauers Holger Schmidt (Bonn). Foto: Sergej Lepke

Hattingen. Neues Buch des ehemaligen Fachbereichsleiters Kultur und Weiterbildung.

Er liebt es kurz und knackig: Jürgen Wilbert, ehemals Fachbereichsleiter Kultur und Weiterbildung bei der Stadt Hattingen, heute aktiv als Dichter und Denker im berüchtigten Unruhestand. „Knapp denkbar“ hat er seine neuste Sammlung von Sinnsprüche betitelt. „Denkanzettelungen“ sollen seine Aphorismen sein.

„Bei unermesslicher Vielfalt fällt das Einmalige nicht mehr ins Gewicht.“

Gut, dass es doch eine Menge Einheitsbrei gibt. So hat Wilberts Aphorismen-Sammlung alle Chancen hervorzustechen, auch wegen der außergewöhnlichen Illustrationen des Grafikers Zygmunt Januszewski. Und das, was drinsteht, fällt durchaus ins Gewicht, wenn man bereit zur Auseinandersetzung. Denn Wilbert ist mit der spitzen Feder mit der Zeit und ihren Moden ins Gericht gegangen – nicht alle Gedanken, die daraus entspringen, sind wohlig und warm.

„Mit der Zeit wird auch der Zeitgeist das Zeitliche segnen.“

Ist es denkbar, dass Fernsehen und Internet irgendwann aus den Köpfen der Menschen verschwinden? Oder ist es nicht wahrscheinlicher, dass sich die elterliche Warnung „Du bekommst noch viereckige Augen“ durchsetzt? Januszewski zeichnet’s mit Humor, Wilbert tritt verbal nach. Dabei nimmt er auch die sozialen Netzwerke aufs Korn:

„Facebook eins: Hier kannst du dein Gesicht im globalen Maßstab verlieren.“

Umso angenehmer, mit Wilberts neustem Werk ein Buch vor sich zu haben, hinter dem man getrost das Gesicht verstecken kann – zumindest für ein paar Stunden.

Nina Estermann

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Kommentare
04.08.2010
10:41
Nichts ist undenkbar
von nachhaker | #4

Hallo A-Z, man sollte bei seiner Erkenntnisfindung fair und möglichst objektiv bleiben, jedenfals bei seinen Überlegungen nicht mit Unterstellungen arbeiten. Wissen Sie denn, was die Stadt für das Deutsche Aphorismus-Archiv zahlt? Und wie groß die ehrenamtlichen Leistungen für den Aufbau und die Erhaltung des Archivs sind? Wenn Sie diese Größen gegenüber stellen, werden Sie feststellen,. dass hier von Filz zu reden geschmackslos ist.

04.08.2010
10:21
Nichts ist undenkbar
von abcdefghijklmnopqrstuvwxyz | #3

Sehen Sie, Nachhaker, ich habe mein Bewußtsein erweitert und bin zu der Erketnnis gelangt, dass man geistreiche Texte auch ohne städtische Subventionen verfassen kann. Oder zahlt die Stadt deshalb für eine Aphrorismen-Sammlung, weil es immerhin der ehemalige Fachbereichsleiter Kultur ist, der sich mit diesem erlesenen Hobby beschäftigt ? Oder liegt es mehr am Filz ? Ein Geschmäckle jedenfalls hat auch das wieder mal.

04.08.2010
09:40
Nichts ist undenkbar
von nachhaker | #2

Geistreiche Texte, also auch Aphorismen dienen der Bewusstseinsbildung und sorgen für mehr Durchblick. Sie sollten mehr davon lesen - statt verbal wild und unüberlegt um sich zu schießen.

04.08.2010
00:16
Nichts ist undenkbar
von dieZecke | #1

Warum nur müssen Menschen ihr Hobby auf Kosten des Steuerzahlers realisieren ?

Schluss mit diesen unsinnigen Subventionen solange diese Stadt so verschuldet ist. Mit Aphrorismen lassen sich keine Jugendbetreuer bezahlen; erst recht nicht eine neue Feuerwache.

Aprorismen sind genauso wenig innovativ, wie Stadttore, Schuldenmeisterin.

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