Nicht weltbewegend, aber dringend
21.07.2008 | 18:08 Uhr 2008-07-21T18:08:21+0200Ehrenamtliche bauen Nachbarschaftshilfe auf, um Senioren im Alltag zu helfen und wollen damit ins Netz.Glühbirne auswechseln oder Gardinen aufhängen gehört dazu. Mitstreiter werden noch gesucht
Auch kleine Probleme im Alter können nerven und sich zu großen auswachsen, wenn ein betagter Mensch allein sie nicht lösen kann. Wenn die Familie nicht vorhanden ist oder weit entfernt wohnt.
"Wir Senioren" wollen daher als Feuerwehr für kleine Handreichungen eine Nachbarschaftshilfe aufbauen. Wir, das sind bisher Bernd Loewe und Hans Hartung, die ehrenamtlich zur Verbesserung der Situation im Alter beitragen wollen.
Mit Ferdinand Schmitz von der Seniorenzeithilfe haben sie den Arbeitskreis "Zukunft und Chancen des Alters" im Seniorenforum gebildet. Sie möchten nicht Handwerkern Konkurrenz machen, sondern haushaltsnahe Dienstleistungen für Senioren organisieren und vernetzen. Und "Wir Senioren" auf eine breitere Basis stellen. Weshalb noch Helfer gesucht werden, die die Aufgaben organisieren und die Arbeit machen. Wie Gardinen aufhängen, Glühbirnen und Sicherungen auswechseln, Bilder und Kleiderhaken anbringen, Teppichecken befestigen, einen Tisch so bearbeiten, dass er nicht mehr wackelt oder auch eine Schranktür einhängen.
Nichts Weltbewegendes, aber doch dringend genug, dass es den alten Menschen aufregt, wenn er es nicht gemacht bekommt. Ein Handwerker kommt für solche Kleinigkeiten entweder gar nicht ins Haus. Oder die Rechnung würde wahrscheinlich für den Senior zu hoch ausfallen. Die ehrenamtlichen Helfer lassen sich nur die Materialkosten ersetzen.
Wer regelmäßig Unterstützung braucht, muss sich woanders umsehen und Hilfe holen. "Wir mähen nicht den Rasen", sagt Bernd Loewe. Der 60-jährige Geschäftsführer einer Krankenkasse ist "in Altersteilzeit, ich warte auf die Rente". Auf einer Internetseite hat er Wissenswertes rund ums Thema Senioren zusammengetragen. Langweilig ist ihm nicht. Gerade war er mit dem Wohnmobil zehn Wochen in Süditalien.
Doch er wollte sich sinnvoll engagieren. Schon im Beruf hat Loewe versucht, "meine soziale Ader zu leben". Jetzt setzt er das fort. "Man kann nicht erwarten, dass der Staat alles regelt, das ist nicht möglich", will der Ehrenamtliche auch andere Menschen motivieren, etwas zu tun für die Allgemeinheit. Was für ihn aber nicht bedeutet, dass wichtige Aufgaben nur noch von Ehrenamtlichen erledigt werden.
Auch handwerklich begabte Frauen sind willkommen. Ebenso wie Handwerker im Ruhestand oder praktisch orientierte Menschen, die nicht zwei linke Hände haben. Die Helfer entscheiden dann selbst, wie viel Zeit sie erübrigen möchten.
00:11
Guten Tag,
neben den handwerklichen Helfern suchen wir auch Menschen, die bei der Organisation der Aufgabe ein wenig helfen. Der zu erwartende Zeitaufwand ist gering. Bei Interesse bitte melden!