NGG betont Bedeutung für die Kaufkraft

Helge Adolphs.
Helge Adolphs.
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Was wir bereits wissen
Studie rechnet mit 50,6 Millionen Euro zusätzlich im EN-Kreis

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten werden weit mehr Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis vom Mindestlohn profitieren. Die NGG geht von 31 200 Personen aus und beruft sich dabei auf eine Untersuchung zum Mindestlohn vom Pestel-Institut in Hannover. Demnach wird die Einführung des Mindestlohns einen enormen Effekt für die heimische Wirtschaft haben: Die Wissenschaftler gehen allein im Ennepe-Ruhr-Kreis von einer zusätzlichen Kaufkraft von 50,6 Millionen Euro durch den Mindestlohn aus.

„Im Schnitt wird jeder im Ennepe-Ruhr-Kreis, der bislang einen Niedriglohn von unter 8,50 Euro bekommen hat, im kommenden Jahr rund 1620 Euro mehr Geld zur Verfügung haben – allein durch den Mindestlohn“, sagt Helge Adolphs. Der Geschäftsführer der NGG Südwestfalen macht deutlich, dass dieser zusätzliche Verdienst nahezu eins zu eins in den Konsum fließen werde: „Die wenigsten werden ihr Lohn-Plus auf die hohe Kante legen. Die meisten werden sich davon endlich einmal etwas gönnen – Sachen, die sie sich als Niedriglöhner vorher nicht oder nur schwer erlauben konnten: neue Kleidung, Kosmetik, Kino und auch einmal ein Essen in der Gaststätte“, so Helge Adolphs. Die Einführung des Mindestlohnes bedeute einen „enormen Gewinn an Lebensqualität“. Dahinter stecke aber auch ein „harter politischer Kampf, den die NGG als treibende Kraft und damit als eine der ‚Mütter des Mindestlohns‘ am Ende für die Geringverdiener gewonnen habe.

Wichtig sei nun, dass alle Arbeitgeber im Ennepe-Ruhr-Kreis den Mindestlohn ab Januar auch tatsächlich zahlten. „Es wird schwarze Schafe geben – ganz sicher: Chefs, die keine 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Oder Unternehmer, die die Arbeitszeit so knapp bemessen, dass Überstunden anfallen, die dann zum Null-Tarif geleistet werden müssen“, sagt Helge Adolphs. Diese Arbeitgeber machten sich allerdings strafbar. „Der Verstoß gegen den gesetzlichen Mindestlohn ist kein Kavaliersdelikt“, so der NGG-Geschäftsführer. Die Gewerkschaft fordert deshalb „Mindestlohn-Sonderkontrollen“ im Ennepe-Ruhr-Kreis durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls. Für Menschen mit niedrigem Einkommen bietet der DGB einen „Online-Lotsen“ mit Informationen rund um den Mindestlohn: www.mindestlohn.de