Neue Läden fürs Oberwinzerfeld

Margot Dröge (li.) mit Werner und Anita Eggert
Margot Dröge (li.) mit Werner und Anita Eggert
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit Edeka geschlossen hat, fehlt besonders für ältere Anwohner ein fußläufig erreichbarer Discounter. Eine Idee: mehrere kleine Angebote in der Immobilie.

Hattingen..  Anita (72) und Werner Eggert (76) können es noch immer nicht recht fassen, „dass es hier, wo wir 1971 einen Supermarkt aufgebaut haben, jetzt tatsächlich keinen Discounter mehr gibt“. Vor dem seit Ende Dezember geschlossenen Edeka-Markt an der Mozartstraße stehen sie an diesem Dienstagmittag mit Margot Dröge zusammen, der Ortsbürgermeisterin von Winz-Baak, und überlegen, wie das Gebäude wiederbelebt werden kann. Was für viele Bürger wichtig wäre, betonen alle drei.

Mal rasch ein paar Lebensmittel besorgen: Nicht nur das sei seit Jahresfrist im Oberwinzerfeld nicht mehr möglich, sagt Dröge. Mit der Schließung des Edeka-Marktes an der Mozartstraße sei auch ein Kommunikationszentrum weggefallen. „Viele Bürger haben sich doch hier getroffen und ein Pläuschchen gehalten.“ Darum, dass das Oberwinzerfeld, wo schon der Frisör aufgegeben habe, immer mehr an Attraktivität verlöre, sorgt sich Dröge.

Bodo Steinhauer, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, mahnt derweil, gerade ältere Anwohner im Oberwinzerfeld hätten zurzeit größte Mühe, ihre Grundversorgung noch eigenständig sicherzustellen. „Man kann hier ohne ein Gefährt einfach nicht mehr einkaufen.“ Selbst der Rewe-Markt an der Denkmalstraße (dessen Bau bislang weiter auf sich warten lässt) wäre für manche nicht fußläufig erreichbar. „Der Weg dorthin wäre für viele zu beschwerlich.“

Die Ehrenamtlichen im „Netzwerk Mensch“, das zur Jahresfrist unter dem Dach der Kirchengemeinde entstanden ist, bieten daher nun u. a. Besorgungsfahrten für immobile Menschen im Ortsteil an (Kontakt: Barbara Krüsmann-Ecker, 0177-818 47 00).

Die Alleinlösung sieht Steinhauer in diesem Angebot allerdings nicht; er hofft vielmehr darauf, „dass die Stadt sich intensiv und hilfreich in Gespräche mit dem Eigentümer des früheren Edeka-Marktes einbringt und dass das Problem der Nahversorgung im Oberwinterfeld zeitig gelöst wird“.

Genau dies ist auch erklärtes Ziel von Margot Dröge und den Eggerts. Er habe bereits mit Rudi Mader von der Fink-Mader GbR, der die Immobilie an der Mozartstraße gehört, gesprochen, so Werner Eggert. Eine Idee sei, das rund 650 m2 große Ladenlokal in mehrere kleine Einheiten zu unterteilen: mit Lebensmittelladen, Friseur, einem Mini-Imbiss. Zwei ihnen bekannte Geschäftsleute, ergänzt Anita Eggert, habe man schon im Blick, die Interesse hätten an der Übernahme eines Lebensmittelladens.

Man sei zurzeit fieberhaft dabei, erklärte auch Rudi Mader, „ein Konzept für das Gebäude zu entwickeln“. Zumal eine leerstehende Immobile „das Schlimmste“ sei.