Nachts auf Entdeckertour im Museum

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Was wir bereits wissen
Kinder folgen mit der Taschenlampe Steinen und lernen die Geschichte Hattingens kennen.

Hattingen..  Abends im Stadtmuseum: 16 neugierige Mädchen und Jungs zwischen acht und zwölf Jahren sitzen auf Bodenkissen und basteln unter erschwerten Bedingungen im abgedunkelten Raum Namensschilder. Die Vorhänge sind zugezogen. Eine Hand hält die Taschenlampe, mit der es gleich durch die dunklen Gänge des Museums geht. Die andere greift abwechselnd zu Faden, Pappe, Stift. Damit niemand verloren geht, baumelt am Hals jedes Kindes eine Papp-Fledermaus mit Namen.

Los geht es. Auch zu Räumen, in die sonst keiner reinkommt. Zumindest kein Besucher. Museumspädagogin Gudrun Schwarzer führt eine Stahltreppe hoch ins Magazin. Raumhohe Stahlregale beherbergen historische Gegenstände von alten Fachwerkhäusern, Steine und Krüge. Vieles lagert in Kartons. Zwischen den Regalen stehen größere Gegenstände, zum Beispiel alte Fahrräder. „Hier sind Zettel versteckt mit einem Hinweis“, sagt Mitarbeiterin Anne Wilms.

Schon schwirren sie los wie kleine Abenteurer und leuchten jede Ecke des Raumes aus. „Hier, ich hab was“, schreit Rike (8) und legt einen Zettel auf den Tisch. „Hier, hier“, kommen die nächsten. Das Puzzle ist fix zusammengestellt: „Die Steine zeigen euch den Weg“. Doch es sind nicht die großen im Regal. Und wieder suchen die Taschenlampen den Raum ab, leuchten nach oben, nach unten in die Ecken. Bis eine aufgeregte Stimme ruft. Ein kleiner Stein samt Pfeil deutet auf eine Tür, der nächste befindet sich dahinter. Wie bei einer Schnitzeljagd folgen die Kinder den Steinen – bis zur Dauerausstellung.

Dort warten noch mehr Rätsel, versteckt auf Kärtchen. Darauf zu sehen sind kleine Ausschnitte der großen Tafeln, die die Stadtgeschichte von der Steinzeit bis zur Moderne erzählen. Yannik (9) leuchtet auf das Rondell und wird schnell fündig. Das Steinzeitgemälde wurde auf seiner Karte gesucht. „Die haben mit Kräutern und Beeren auf den Fingern gemalt“, erläutert er das Bild.

Ann-Kathrin (9) reißt die Augen auf und erzählt aufgeregt: „Ich male zu Hause auch damit.“ Sie liebt es zu mischen. Bei der normalen Farbe „weiß ich immer, was dabei rauskommt. Das ist langweilig.“ Die Erkundung der Stadtgeschichte im Museum ist es nicht.