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„Kulturrucksack“

Muslime besuchen die Kirche

17.06.2012 | 21:18 Uhr
Muslime besuchen die Kirche
Gegenbesuch in der St Georgskirche. Imam Ibrahim Akurt besucht mit vielen Kindern Pfarrer Frank Bottenberg in der Kirche.

Christen und Muslime begegnen einander beim Projekt „Kulturrucksack NRW“. Zuerst besuchten Viertklässler der Grundschule Heggerfeld zusammen mit der Volkshochschule die Moschee an der Martin-Luther-Straße – jetzt schauen sich rund vierzig muslimische Kinder gemeinsam mit ihrem Imam Ibrahim Akurt und dem Vorstand des Moscheevereins die Kirche St. Georg an. Das Interesse ist da, die Neugierde groß, alle sehen sich um, wollen ihre Fragen stellen und etwas sagen, stets sind die Finger zum Melden oben in der Luft. Darüber freuen sich die Projektleiterin Nina Kliemke und Petra Kamburg von der Volkshochschule.

Christen und Muslime begegnen einander beim Projekt „Kulturrucksack NRW“. Zuerst besuchten Viertklässler der Grundschule Heggerfeld zusammen mit der Volkshochschule die Moschee an der Martin-Luther-Straße – jetzt schauen sich rund vierzig muslimische Kinder gemeinsam mit ihrem Imam Ibrahim Akurt und dem Vorstand des Moscheevereins die Kirche St. Georg an. Das Interesse ist da, die Neugierde groß, alle sehen sich um, wollen ihre Fragen stellen und etwas sagen, stets sind die Finger zum Melden oben in der Luft. Darüber freuen sich die Projektleiterin Nina Kliemke und Petra Kamburg von der Volkshochschule.

„Kennt ihr etwas, das typisch für eine christliche Kirche ist?“, fragt Pfarrer Frank Bottenberg die Mädchen und Jungen, die sich nun nebeneinander auf die Kirchbänke gesetzt haben. „Das Kreuz ist typisch für eine Kirche“, sagt ein Mädchen und zeigt nach vorne auf das Kreuz am Altar. Der Pfarrer nickt. „Und weißt du auch, was es bedeutet?“ Das Mädchen antwortet: „Es steht dafür, dass Jesus gekreuzigt wurde.“

Die muslimischen Kinder und Jugendlichen gehen zum Koranunterricht, der immer samstags und sonntags in der Moschee stattfindet. An diesem Tag freuen sie sich über den Ausflug in die Kirche. Der Elfjährige Okan darf die Treppen zur Kanzel hochsteigen, und sich vorstellen, wie bei einem Gottesdienst von hier oben gepredigt wird. Neugierig guckt er auf die anderen herunter. Pfarrer Frank Bottenberg erklärt: „Es ist wichtig für uns, dass wir mit der Predigt das Wort Gottes hören. Wenn wir Lieder singen, dann loben wir Gott damit. Unser Gesang wird von der Orgel begleitet.“ Auch das Abendmahl und die Geschichte von Martin Luther erklärt er den Kindern.

Dann meldet sich Beria (9) und sagt: „Die Bibel ist auch typisch für die Kirche.“ Und sie darf nach vorne gehen und sie in den Händen halten. „Die Bibel ist ganz schön schwer, genau wie der Koran“, stellt sie fest. Sie hat auch neu gelernt, dass Christen manchmal Gebete in ein Buch aufschreiben und eine Kerze für andere Menschen anzünden. „Dann wünschen sie sich zum Beispiel, dass die Oma wieder gesund wird.“ Ihr gefallen die Fenster der Kirche. „Die sind schön bunt“, sagt Beria, „der Besuch hat Spaß gemacht, ich bin jetzt zum zweiten Mal in einer Kirche gewesen.“ Sie war auch schon in der Kirche St. Peter und Paul. „Ähnlich zu unserer Religion ist, dass bei uns zwar keine Glocken läuten, aber uns eine Art Gesang zum Beten ruft.“ Da fragt ein Junge: „Gibt es hier so einen Mann, wie den Glöckner von Notre Dame, der läutet?“ Bottenberg: „Nein, heute funktioniert das elektronisch, man muss nur auf einen Knopf drücken und ein Motor geht an. Aber früher zog wirklich jemand an einem langen Seil, um die Glocken zu läuten. Damals hatten die Leute keine Armbanduhr oder Smartphone, die Glocken läuteten zu jeder vollen Stunde, daran orientierten sie sich.“


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