Musikschule braucht neue Konzepte

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Nach der Umstellung von Jeki auf Jekits gibt es Förderungen nur noch für zwei statt vier Jahre. Sieben Grundschulen bevorzugen weiter Instrumentalunterricht.

Hattingen..  Jeki, jedem Kind ein Instrument, ist zum wichtigen Standbein der Musikschule geworden, die den Instrumentalunterricht von Kindern seit Jahren vier Jahre lang begleitet. Musikschulleiter Peter Brand ist gespannt, wie die Eltern sich entscheiden, wenn jetzt Jekits kommt mit der Möglichkeit auch Singen und Tanzen zu wählen. Es erfordert neue Konzepte, bringt Verschlechterungen mit sich und eine Verkürzung auf zwei Jahre.

Hattingen nimmt teil am Nachfolgeprojekt und nutzt das nächste Schuljahr als Erprobungsphase. Ginge es nach dem Wunsch der teilnehmenden Grundschulen, hätte die Palette nicht um Singen und Tanzen erweitert werden müssen. Bis auf eine Ausnahme möchten die Teilnehmer instrumental weitermachen wie bisher.

Die Grundschule Bredenscheid steht als Einzige auf Abwechslung und möchte die Kinder tanzen lassen. Die Grundschule Bruchfeld würde gern den Chor dazunehmen und in den Instrumentalunterricht einbinden. Viele Schulen haben einen Chor, gesungen wird auch viel. Viele Kinder nehmen privaten Tanzunterricht. Weshalb die Schulentscheidung zugunsten des Instrumentalunterrichts ausfällt.

Die Musikschule ist dabei, ihr „Konzept auf andere Füße zu stellen, die Konditionen haben sich sehr stark verändert“, sagt Peter Brand. Damit meint der Leiter der Musikschule nicht nur die finanziellen Voraussetzungen und die Tatsache, dass es nur noch eine Förderung für zwei statt bisher vier Jahre gibt, sondern auch die pädagogischen, ist doch eine Vorgabe, dass die Gruppen größer werden. Er sucht in Absprache mit allen Beteiligten nach möglichst flexiblen Lösungen.

Gegen die Einbindung von Tanzen und Singen hat Brand nichts einzuwenden. Er hätte sich aber ein ganzheitliches Konzept gewünscht, das den Menschen mit seinen verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten berücksichtigt, statt jeweils Schwerpunkte festzulegen.

Ausführliche Bewerbungsbogen für Jekits müssen ausgefüllt werden. Doch die Entscheidung treffen letztlich die Eltern. „Wie werden sie reagieren, melden sie ihre Kinder an?“, fragt sich Brand, und versucht, möglichst passende Angebote für die jeweiligen Standorte zu stricken, die ins Jekits-Programm passen. „In den nächsten zwei Jahren probieren wir aus“, sagt er. Entscheidend sei „auf dem Platz, wie die Eltern reagieren. Ich bin gespannt.“

Im ersten Jahr von „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ ist eine Grundbildung vorgesehen, die im zweiten vertieft werden soll. Start ist im kommenden Schuljahr 2015/2016.

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