Musikalisches Kabarett und mitreißende Alltags-Witze

Markus Krebs
Markus Krebs
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Bei den Nachtschnittchen waren Der Obel und Markus Krebs zu Gast.

Hattingen..  Nachtschnittchen Open Air – vor die Bühne auf dem Kirchplatz waren viele Besucher gekommen, um die „Sonderausgabe“ des Comedy- und Kabarettprogramms, präsentiert von Helmut Sanftenschneider, zu sehen. Der brach gleich zu Beginn das Eis, indem er die Zuschauer aus einem Geck heraus aufforderte, reizvolle BH und Schlüpfer auf die Bühne zu werfen – mit einem Justin Bieber Konzert konnte er also durchaus mithalten, was ein Applaus-Test bewies.

Musikalisch legte dann jedoch der Künstler Der Obel so richtig los. Zu Playbacks bekannter Chartshits dichtete er die Texte sozialkritisch-komisch um und sang zum Beispiel zur Melodie von „What A Wonderful World“ (Louis Armstrong) über die naive Illusion, das Bochumer Opel Werk vor der Schließung zu bewahren, die dann geplatzt ist. So hieß es: „Wenn der Vorstand baden geht, dann in ‘na Wanne voll Geld – watt ‘n datt für ‘ne Welt“. Doch auch Angela Merkel nahm er im beigen Damenjackett auf die Schüppe, die ahnungslos durch die Macht steuere, anstatt wie Helene Fischer atemlos durch die Nacht.

Auch der Veranstalter Helmut Sanftenschneider griff zur Gitarre und spielte mit kräftigen „Olé-“ und „Arriva-Rufen“ bekannte spanische Flamenco-Hits mit Texten wie „You’re My Heart, You’re My Soul (Modern Talking) an.

Als dann der Überraschungsgast, Comedian Markus Krebs, mit seinem Programm loslegte und am laufenden Band einen Witz nach dem anderen herausfeuerte, kannten die meisten Zuschauer kein Halten mehr. Der einfache, flache Humor und die Witze aus dem täglich Leben erreichten das Publikum sofort und sorgten dafür, dass sich einige im wahrsten Sinne des Wortes wegschrien und vor Lachen krümmten, wie bei: „Haben Sie Flip Flips, fragte ein Mann mit zwei linken Füßen“. Besonders die Erzählungen aus seiner früheren WG-Zeit in Duisburg, „wo selbst die Tauben zum Kacken woanders hinfliegen“, kamen gut an. Kumpel Dieter war da ein ganz besonderes Exemplar: „Der hat mal eine Uhr gekauft, die er jedoch vor dem Baden abnahm, weil sie nur bis 40 Meter wasserdicht war, er aber weiter hinaus schwimmen wollte“.

Markus Krebs konnte sich selbst ein Schmunzeln auf dem Gesicht nicht verkneifen, was ihn noch ein Stück weit sympathischer machte.