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Konzert in der Kirche St....

Moondog im Kerzenschein

15.11.2009 | 18:33 Uhr

Werke von Louis Hardin (1916-1999) alias „Moondog”, interpretiert vom schwedischen Musiker Stefan Lakatos und einem Saxophonensemble aus dem „Pott”, stehen am Samstagabend im Mittelpunkt des Konzertes in St. Georg.

Werke von Louis Hardin (1916-1999) alias „Moondog”, interpretiert vom schwedischen Musiker Stefan Lakatos und einem Saxophonensemble aus dem „Pott”, stehen am Samstagabend im Mittelpunkt des Konzertes in St. Georg.

Ein ungewöhnliches Programm, ein ungewöhnlicher Sound: Das Ensemble, das Werke des im Alter von 16 Jahren erblindeten US-amerikanischen Komponisten vorstellt, der hauptsächlich in den Straßen von New York und im nördlichen Ruhrgebiet lebte, besteht aus Saxophon, Klarinette, dem australischen Didgeridoo, der indischen Shruti-Box und einer Trimba.

Dieses hell klingende Rhythmusinstrument hat Moondog Ende der 40-er Jahre erfunden: Zwei dreieckige Hohlkörper aus Holz, einer groß, der andere klein, werden aneinander befestigt und auf einer Seite mit Fell bespannt. Modern bis avantgardistisch in Rhythmus und Sound, traditionsverbunden im streng formalen kontrapunktischen Stil sind diese mitreißenden Stücke, die meist mit einem Perkussionsolo beginnen, dem Foxtrott- oder Rumbarhythmen als pulsierender Beat zu Grunde liegen.

Jazzige Melodiefragmente charakterisieren „Dog Trot” und die „Tout Suite”; mit lautmalerischen Rhythmen und Melodien nimmt das Kaninchen im „Rabbit Hop” musikalisch Gestalt an. Der Rhythmus von Pferdehufen wird in „Single Foot” hörbar. Melancholische Seufzerfiguren prägen den Titel „Tell me, tell me”, der die Einsamkeit musikalisch evoziert, ein Thema, das Moondog oft beschäftigt hat.

Barocke Reminiszensen und ein unirdisch-schwebender Klang zeichnen den zaubrischen Elf Dance aus; die phrygische Kirchentonart bestimmt den Sound des Canon in the Phrygian Mode. Verschlungene Schreittanzrhythmen klingen aus dem Saxophonsatz von „Innuendo”. Moondogs Komposition wird erstmalig aufgeführt.

Düster-dräuend ist das die nordische Mythologie beschwörende „Thor und die Midgardschlange”, eine Lakatos gewidmete Komposition. Nach Klagemotiven von „Birds” endet ein packender, unvergesslicher Konzertabend mit den vor Temperament sprühenden Stücken „Bumbo”, „Paris” und der Zugabe „The Golden Vlies”.

Konstanze Führlbeck

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