Mitgestalter, keine Ersatzpriester

Am 18.6.2015 posieren für ein Pressefoto (v.l.) Erika Birke, Carin Kruip, Pfarrer Winfried Langendonk, Daniela Faßbender, Jürgen Cronauge. Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services
Am 18.6.2015 posieren für ein Pressefoto (v.l.) Erika Birke, Carin Kruip, Pfarrer Winfried Langendonk, Daniela Faßbender, Jürgen Cronauge. Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Vier ehrenamtliche Leiter von Wort-Gottes-Feiern fühlen sich nach Qualifizierung durch das Bistum nicht als zweite Garde oder Lückenbüßer.

Hattingen..  Sie gehen die Aufgaben mit ihrer eigenen persönlichen Handschrift an. In einem sind sich Carin Kruip, Erika Birke, Jürgen Cronauge und Daniela Faßbender aber einig: „Wir sind keine Ersatzpriester“, sagen die Leiter von Wort-Gottes-Feiern bei einem Besuch in der Redaktion zusammen mit Winfried Langendonk, Pfarrer der Pfarrei St. Peter und Paul.

Eigenständiges neues Element

Die vier Ehrenamtlichen haben mit 14 weiteren Frauen und Männern soeben ihre Zertifikate als Leiterinnen und Leiter erhalten. Sie alle leiten künftig in Gemeinden des Bistums Essen ehrenamtlich und eigenverantwortlich Gottesdienste. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fünf Pfarreien in Hattingen, Bochum, Essen, Mülheim und Schwelm haben einen mehrwöchigen Qualifizierungskurs abgeschlossen.

Die Hattinger sehen sich als Team, das nicht unbedingt dafür da ist, Gottesdienste zu halten, die sonst ausfallen würden, weil kein Pfarrer da ist. „Das ist nicht unser vorrangiges Ziel“, stimmt das Quartett überein. Sie sehen sich nicht als Lückenbüßer oder zweite Garde, sondern als diejenigen, die mit Wort-Gottes-Feiern ein eigenständiges neues Element und damit frischen Wind in die Kirche bringen.

Während die Eucharistie, das Abendmahl, die heilige Kommunion, Priestern vorbehalten ist, dürfen Ehrenamtliche den Gottesdienst gestalten. Muss bei einer Messfeier ein Priester dabei sein, ist das nicht der Fall, wenn das Wort Gottes gefeiert wird.

Der Begriff des Feierns gefällt den vier Ehrenamtlichen aus Heilig Geist besser als „Dienst“. Sie können neue Formen des Gottesdienstes ausprobieren, verschiedene Formen der Andachten, versuchen, die Menschen anzusprechen, auch junge Leute.

„Es schlaucht“, sagt Daniela Faßbender als Berufstätige im Rückblick auf die Qualifizierungsabende. Zu acht Dienstagen von 19 bis 22 Uhr kamen zwei Samstage. Bereut hat die Teilnahme niemand. Karin Kruip haben die Abende „sicherer gemacht“. Jürgen Cronauge dachte, „ich kenne alle Bibeltexte“. Manche Begriffe haben für ihn inzwischen eine andere Deutung.

Anderer Blick auf Abläufe

Sie hören genauer und aufmerksamer hin als vorher, haben einen anderen Blick auf Abläufe. Plötzlich fällt auf, wenn zu Beginn des Gottesdienstes beispielsweise kein Kreuzzeichen gemacht wurde. Alle stehen sie den neuen Aufgaben „sehr positiv“ gegenüber, haben viel erfahren über Liturgie und Symbolik, wie man sich in der Kirche bewegt oder spricht, sind Akteure, die mitgestalten.