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Grundschule Bredenscheid

Mit vereinten Kräften

30.04.2010 | 17:47 Uhr
Mit vereinten Kräften

Hattingen. Eltern und Großeltern bauen für Grundschüler in Bredenscheid gemeinsam ein Kletterparadies auf.

David Claas hat das Metermaß ausgefahren. Der Vater kniet auf dem Boden im Hof der Grundschule und misst Seile aus. Klettergeräte auspacken, aufstellen, fertig: So läuft es nicht in Bredenscheid. Bis der neue Seilgarten steht, erleben Väter, Opas, Mütter und andere erwachsene Helfer schon wahre Abenteuer.

Und mancher Papa entdeckt das Kind im Mann wieder bei der tatkräftigen Umsetzung des Mehrgenerationenprojektes, wo es nicht nur um das fertige Produkt geht, wo auch der Weg ein bisschen das Ziel ist, das zu einem bewussteren Umgang mit der Umwelt und zu mehr Verantwortung für den Spielplatz führen soll.

David Claas hat zwar früher mal als Fliesenleger gearbeitet und keine zwei linken Hände. Einen Abenteuer-Klettergarten hat er allerdings noch nicht auf die Beine gestellt. Und wird fast ein bisschen neidisch. Auch er wäre früher gern auf sowas herumgeturnt. Doch er und die anderen Erwachsenen gönnen den Kinder den Spaß. Und freuen sich mit ihnen.

Auch Horst Schürmann, 70, den die Schwiegertochter geschickt hat, erinnert sich an eigene Kinderzeiten: „Wir haben ja früher sowas nicht gehabt.“ Spaß gab’s damals trotzdem, denn: „Wir sind im Wald rumgelaufen, haben Buden im Gebüsch gebaut und dem Bauern Ärger gemacht.“ Sein Sohn, 41, kennt solche Freizeitgestaltung auch noch. Doch schon bei der sieben Jahre jüngeren Tochter war das „nicht mehr so ausgeprägt“.

Die Kinder finden den Einsatz der Erwachsenen „cool“, nicht nur Marie will mithelfen. Sie wollen auch hinterher ein Auge drauf haben, damit nichts kaputt gemacht wird. Auch Eltern, die in der Nähe wohnen, wollen öfter vorbeischauen.

Nach zwei Tagen Aufbauarbeit steht alles und darf jetzt „bespielt“ werden. Dass alles sicher ist, dafür hat die Fachfirma gesorgt. Der TÜV nimmt das Ganze noch offiziell ab. Britta Marienfeld, deren Sohn die Schule besucht, muss immer noch schmunzeln, wenn sie an die ungläubigen Gesichter am ersten Aufbautag denkt. Als sich die Türen des Wagens mit der kostbaren Fracht öffneten, war gar nichts Vorgefertigtes dabei.

Nur Riesenrollen Seile mit unterschiedlichen Durchmessern, die noch geschnitten werden mussten. Über viele Meter zogen sie sich über den Hof. Alle mussten am Ende mit einem Heißschneider versiegelt werden, damit sie nicht ausfransen. Fertige Strickleitern zum Turnen für Tarzan? Von wegen. Alles Handarbeit. Hunderte Knoten haben fleißige Finger geknüpft. Auch Mütter und Mädchen sind mit Spaß bei der Arbeit.

Vorgefertigt wurden nur die Fundamente für die dicken Holzstämme, die den Seilzirkus halten. Die zwei Bäume, die das Abenteuer mit hochhalten, sind mit Feuerwehrschläuchen umwickelt. Eine Maßanfertigung. Und wenn der „Fliegende Teppich“ müde Abenteurer auf den Boden zurücksetzt, können sie sich im neuen Ruheraum erholen.

Brigitte Ulitschka



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