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Mit Tieren therapieren

13.04.2011 | 16:49 Uhr
Mit Tieren therapieren
Laura Kuypers (li.) und Bettina Geiger. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen. Die Ergotherapeuten Laura Kuypers und Bettina Geiger arbeiten mit Kindern – und einem Hängebauchschwein.

Die Katze streift ihr rötliches Fell an den Beinen des Besuchers und schnuppert an der Hand vor ihrer Nase. Wer auf den Therapiehof Bleichroth in Bredenscheid kommt, trifft auf Tiere. Denn die tiergestützte Therapie bietet das Team um Leiterin Laura Kuypers (26) besonders an. „Das Außengelände ist ein Glück“, sagt die Ergotherapeutin. Rund um den Hof grasen Pferde auf Wiesen, laufen Katzen umher und im Stall futtert Hängebauchschwein Elsie.

Wer dorthin kommt, fährt zwischen Bäumen – idyllisch ist der erste Eindruck. Wer dorthin kommt, sucht aber nicht Erholung im herkömmlichen Sinne. Er sucht Hilfe. „Wir therapieren hier hauptsächlich Kinder zwischen zwei und 13 Jahren“, erläutert Laura Kuypers. Aber auch Erwachsene und Patienten mit Behinderungen oder neurologischen Krankheiten gehören dazu.

„Oft kommen Kinder zu uns, die Probleme mit der Körperwahrnehmung haben oder sich nicht gut konzentrieren können“, sagt Ergotherapeutin Bettina Geiger. Patienten mit diesen Diagnosen seien in den letzten Jahren häufiger geworden. Etwa 50 Prozent seien es inzwischen. Sie arbeitet seit 2002 auf dem Therapiehof und stellt diese Veränderungen fest.

Und den Patienten helfen die Tiere. Elsie etwa, die Hängebauchschweindame. „Ein Patient ist energisch und forsch, doch bei Elsie muss er vorsichtig sein. Sonst zieht sie sich zurück“, nennt Laura Kuypers ein Beispiel. Aber auch das Schwein zu füttern, gehört zur Therapie. „Tiere geben Rückmeldung“, sagt die Hattingerin. Ein Höhepunkt sei auch das Pferd Jack, das die Kinder reiten, putzen oder auch nur streicheln. „Es geht dabei auch um das Körpergefühl und wie sich ein Pferd überhaupt anfühlt“, sagt sie. Manche der kleinen Patienten sehen und streicheln vielleicht zum ersten Mal ein Hängebauchschwein. Und so behandeln Laura Kuypers und ihre Kolleginnen zum Beispiel Kinder mit Kontaktproblemen. Auch die zwei Katzen haben unterschiedliche Charaktere – eine ist zutraulich, die andere scheuer. „Die Kinder suchen oft die Tiere aus“, sagt die Essenerin Bettina Geiger.

Auf dem Therapiehof gibt es mehrere Räume, in denen Schaukeln und oder ein Trampolin stehen. Aber auch draußen nutzen die Kinder ein großes Trampolin oder eine lange Wasserrutsche. Die Therapeuten behandeln auch motorische Probleme wie Schreibstörungen. Bettina Geiger erläutert: „Dabei lernen die Kinder, wie sie richtig ihre Kraft einsetzen und Druck ausüben, sich also ihres Gefühls bewusst zu werden.“

Timo Klippstein

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