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Mit Natürlichkeit und Kreativität

09.02.2012 | 18:14 Uhr
Mit Natürlichkeit und Kreativität
„Gesichter der Lebenshilfe“ zeigt Fotografien von Bernd Carrell und Skulpturen von Waltraud Schroll. Foto: Repro, Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen.  Neue Ausstellung „Gesichter der Lebenshilfe – Fotografien und Skulpturen“ wird Sonntag im Bessemer Stahlwerk eröffnet.

Neugierige Blicke und ein Lächeln auf den Lippen – die verschiedenen Gesichter in schlichtem Schwarzweiß strahlen Lebensfreude und Natürlichkeit aus, jedes der Bilder erzählt seine eigene Geschichte. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen Lippe zeigt die Lebenshilfe Ennepe-Ruhr/Hagen ab kommenden Sonntag, 12. Februar, in seiner Ausstellung „Gesichter der Lebenshilfe – Fotografien und Skulpturen“ Aufnahmen und Kunst von Menschen mit Behinderung. Im Bessemer Stahlwerk auf dem Gelände des Industriemuseums geben insgesamt 63 Porträts des Fotografen Bernd Carell einen Einblick in das Leben geistig behinderter Menschen. Neben den Bildern präsentiert die Lebenshilfe ebenfalls Holzskulpturen, angefertigt von behinderten Menschen in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Waltraud Schroll.

„Die Idee für diese Ausstellung wurde bereits vor zwei Jahren geboren“, erinnert sich Bernd Carell, selbst seit vielen Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter der Lebenshilfe. „Unsere Bewohner waren von der Idee begeistert, fotografiert zu werden.“ Die kreative Zusammenarbeit mit den geistig behinderten Menschen habe ihm viel Spaß gemacht, schwärmt Carell: „Es war eine Erbauung. Diese Menschen posieren nicht, sondern sind immer natürlich und authentisch, alles verlief locker.“

Carells Bilder zeigen neben Einzelporträts von Frauen und Männern jeden Alters ebenfalls Paare und Wohngruppen mit bis zu sechs Personen. „Wir zeigen die Menschen so wie sie wirklich sind,“, unterstreicht der Fotograf – „nichts ist gestellt“. ­Insgesamt habe er im Zeitraum eines Jahres 180 Menschen in Hattingen, Sprock­hövel, Schwelm und Hagen für die Ausstellung abge­lichtet.

Das Thema Menschen und Gesichter spiegelt sich neben den Porträts ebenfalls in den ausgestellten Holzskulpturen wider: Sechs Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung formten die Modelle für die späteren Gesichter zunächst aus Ton. „Im nächsten Schritt habe ich die Modelle auf Holz übertragen“, erklärt Künstlerin Waltraud Schroll den Arbeitsverlauf. Die abschließende Feinarbeit sei ein Gemeinschaftswerk gewesen: „Eine Woche lang haben wir die Skulpturen glatt geschmirgelt.“ Die Arbeit mit den Behinderten bezeichnet Schroll als „eine neue, aber schöne Erfahrung“. Besonders die Kreativität der Menschen habe sie begeistert: „Die Skulpturen sind sehr ausdrucksstark – schlicht, aber eindeutig.“

Julia Benkel

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