Mit Kind und Kegel gegen den Beton

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Was wir bereits wissen
Holthauser Elterninitiative stellt im Schulausschuss eine Bürgeranfrage, obdie Grundschule ins Schulzentrum umziehen muss. Verwaltung: Alles im Fluss

Hattingen..  Eine Entscheidung hatten sie nicht erwartet. „Wir wussten ja, dass der Schulausschuss keine trifft“, sagt Daniela Kaminski nach der Sitzung im Rathaus. Wie berichtet, will eine Elterninitiative, der auch Julia Hartbecke angehört, verhindern, dass die Grundschule Holthausen ins Schulzentrum umziehen muss. „Natur gegen Beton“ hat sie plakatiert. Und stellte für Eltern in Kita und Grundschule jetzt eine Bürgeranfrage im Ausschuss – mit Kind und Kegel.

Der Aufzug hoch auf die Zuschauertribüne war dauerbelegt vor der Sitzung. Ein Kinderwagen nach dem anderen wollte hochgeschafft werden. Oben war dann doch nicht jeder zufrieden. Der Zuschauerraum, in dem sich sonst nur vereinzelt Zuhörer verlieren, war proppenvoll. „Wir fahren wieder“, signalisierte ein Vater seinem Nachwuchs und drückte den Knopf nach unten. Wie das läuft mit der Demokratie, wollte er seinem Töchterchen selbst erklären. Auch auf der Treppe, die hochführt, war Dauerbetrieb. Nach Beginn der Sitzung kamen immer noch Nachzügler, die das Anliegen der Elterninitiative unterstützen wollten.

Diese stellte der Verwaltung die folgenden vier Fragen: Ist der Umzug der Offenen Ganztags-Grundschule Holthausen in das Schulzentrum tatsächlich geplant? Sind eventuell andere Maßnahmen in Bezug auf die OGS Holthausen geplant, die auf einen Umzug oder die Schließung der Grundschule abzielen? Plant die Stadt die Veräußerung des Grundstückes auf dem jetzigen Areal der OGS Holthausen? Wird der Schulausschuss solchen Planungen zustimmen und dem Stadtrat eine entsprechende Empfehlung geben?

Daniela Kaminski hofft, diese Fragen in einigen Monaten beantwortet zu bekommen. „Wir sind nicht gegen die Verwaltung“, sagt sie, „wir wollten nur unsere Ängste formulieren“.

Die kamen an bei der Politik und der Dezernentin, die eine Antwort versprach und die Jungen und Mädchen auf der Tribüne lobte: „Ich habe noch nie erlebt, dass Kinder so aufmerksam zuhören.“ Die Anfrage ziele in Richtung integrierte Planung, bei der „wir alle Standorte auf den Prüfstand stellen müssen“, sagte sie. Der Prozess sei noch nicht beendet, „alles ist im Fluss“. Wofür Beate Schiffer um Verständnis bat.

Die Schulentwicklungsplanung, die bisher alle fünf Jahre fortgeschrieben wurde, wird auf ein neues Bildungs- und Betreuungskonzept umgestellt, die Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung. Grundzüge wollte Beate Schiffer nächsten Dienstag bei der GEW vorstellen. Die Veranstaltung findet statt. Die Dezernentin hat ihre Teilnahme aber abgesagt. Sie will die Information bei einem neuen, noch festzusetzenden Termin nachholen, wenn die Planung politisch abgestimmt ist.