Mit Herz und Seele
01.07.2010 | 17:58 Uhr 2010-07-01T17:58:00+0200
„Bei uns finden Menschen immer Ansprechpartner, sieben Tage die Woche“, sagt Peter Dresia. Was nicht möglich wäre ohne eine Gruppe von Ehrenamtlichen.
Deshalb sind für den Geschäftsführer des Café Sprungbrett diejenigen Helden des Alltags, die andere auffangen, dafür sorgen, dass sie sich aufgehoben fühlen und bei Problemen Ansprechpartner haben. „Menschen, die zum Teil sehr gehandicapt sind oder selbst eine Sucht überstanden haben.“ Ihren Einsatz schätzt er sehr: „Ich finde das klasse“. Am Steinhagen 19 die Schwelle zu übertreten, muss niemand Hemmungen haben. Keiner wird schräg angeschaut. Die Hemmschwelle ist niedrig.
So selbstverständlich die Helfer draußen vor dem Café zusammen sitzen, so selbstverständlich gesellen sich Besucher dazu. Ganz normale Kontakte sollen „die Sucht aus der Schmuddelecke holen“. Bei Kaffee und Kuchen zu kleinen Preisen soziale Kontakte ermöglichen. Zwölf bis 15 Helfer engagieren sich. Von Anfang an dabei, seit das Café 2002 eröffnet hat, ist Ulrike Koch mit 70 Jahren. Als Heldin im landläufigen Sinn sieht sie sich nicht, will eher Vorbild sein. Sich hier zu betätigen hält, sie einfach für sehr sinnvoll.
Rudi Kaspers ist seit sechs Jahren in Frühpension. „Nicht ausgefüllt“ war das Leben des Ingenieurs, bis er vor über drei Jahren hier hin kam. Eva Sommer, eine Wanderkameradin, zuständig für die Kontaktstelle und den Cafébereich, hat ihm vorgeschlagen, sich hier zu engagieren. Er findet es schön, neue Leute kennenzulernen, sich zu unterhalten. Den ganzen Tag mit Privatangelegenheiten zu verbringen war dem 59-Jährigen „zu wenig“.
Eva Sommer, die sich mal als „gute Seele“, mal als „Sklaventreiberin“ sieht, ist begeistert, was ganz unterschiedliche Menschen hier gemeinsam stemmen. Sie sieht die Anlaufstelle als „Milchcafé für Herz und Seele“. Alkohol auszuschenken, ist verboten.
Christiane Frütel, deren Mann sich ins Koma getrunken hat, bekam hier sofort Hilfe, als sie selbst unter Schock stand und Depressionen hatte. Die 43-Jährige hat sich von Anfang an wohlgefühlt und sagt, wie andere auch: „Ich geb’ nicht nur was, ich krieg auch viel wieder.“ Indem sie anderen hilft, ebenfalls wieder klarzukommen.
Maria Steinmeiser engagiert sich auch im Elternkreis drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher. Sie hat sofort Hilfe gefunden, als sie sie dringend brauchte. „Das Café war sehr wichtig für mich.“
Peter Heidenreich, „selbst abhängig“, ist über die Job-Agentur ins Sprungbrett gekommen. Der 60-jährige Arbeitslose ist froh, dass er hier reingekommen ist. Der Treffpunkt habe ihm starken Halt gegeben. Inzwischen ist der ehrenamtliche Helfer selbst zur starken Stütze für andere geworden.
Auch angetrunkene Besucher werden nicht vor die Tür gesetzt. Sie bekommen Hilfe, in einem anderen Raum. Ein Hauptamtlicher ist immer in Rufbereitschaft. Doch das Team der Ehrenamtlichen weiß sich zu helfen. Und hilft anderen wochentags von 10 bis 19 Uhr, samstags zwischen 10 und 13, sonntags von 13 bis 17 Uhr. Ulrike Koch hat jedenfalls kein Verständnis für Menschen, die keine Aufgabe haben: „Ich tu’ das hier auch für mich.“
16:09
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was ehrenamtliche Helfer mit Krieg zu tun haben.
Wikepedia beschreibt Helden folgendermaßen:
Ein Held (griechisch ???? h?r?s, althochdeutsch helido) ist eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treibt. Dabei kann es sich um reale oder fiktive Personen handeln, also um Gestalten der Geschichte, aber auch der Legende oder Sage. Die Taten des Helden können ihm entsprechenden Heldenruhm bescheren. Seine heldischen Fähigkeiten können von körperlicher Art (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer etc.) oder auch geistiger Natur sein (Mut, Aufopferungsbereitschaft, Einsatzbereitschaft für Ideale oder Mitmenschen). Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling (Neiding).
14:50
Kaum befindet sich Deutschland wieder in einem Kriegseinsatz - Afghanistan ist Kriegsgebiet! - schon wird der Bergiff des Helden wieder inflatiös benutzt. Es ist, als ob die Bevölkerung auf Zeiten vorbereitet werden soll, in der Helden wieder mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet werden. Dieser Heldensagen sind nicht nur die Deutschen leid, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben; sondern auch jene, die längst wissen, dass deutsche Soldazten in Afghanistan nichts zu suchen haben. Mit derlei in der deutschen Geschichte missbrauchten Worten sollte man nun nicht neu protzen!
09:51
#1 Das ist alles richtig, aber die Bezeichnung Helden ist gekünstelt und ein weiterer Beleg für die zunehmende Verblödung unserer Gesellschaft mit besonderem Fokus auf unsere Sprachkultur!
09:35
Hut ab vor den Leuten, die so eine Einrichtung wie das Hattinger Sprungbrett auf die Beine gestellt haben. Es ist wirklich mehr als bemerkenswert was die Ehrenamtlichen so leisten. Sie opfern ihre Freizeit um anderen zu helfen und finden dabei selbst eine sinnvolle Beschäftigung. Was wären wir in Deutschland ohne die vielen Ehrenamtliche Helfer die selbstlos für andere da sind?