Mit der Zeitreisemaschine zu Moses

Die neunjährigen Emilia probt beim Kindermusical der Evangelischen Gemeinde Welper-Blankenstein eines ihrer Soli. Insgesamt zeigen diesmal 44 Kinder im Paul-Gerhardt-Haus die Geschichte über Moses
Die neunjährigen Emilia probt beim Kindermusical der Evangelischen Gemeinde Welper-Blankenstein eines ihrer Soli. Insgesamt zeigen diesmal 44 Kinder im Paul-Gerhardt-Haus die Geschichte über Moses
Foto: Volker Speckenwirth
  • 44 Kinder proben im Paul-Gerhardt-Haus ein Kindermusical
  • Sie haben Spaß und bekommen Verständnis für die biblische Geschichte
  • Am Sonntag wird das Stück aufgeführt

Hattingen..  Die kleinen Sänger stehen auf den Stufen vor dem Altar des Paul-Gerhardt-Hauses. Sie wippen mit dem Körper rhythmisch hin und her, halten beide Hände in die Höhe, alle zehn Finger weit ausgestreckt und singen laut: „Zehn fiese Plagen.“ Martin Speck, musikalischer Leiter des Kindermusicals, aus dessen Feder Text und Musik des Stücks stammen, dirigiert und schwingt seinen Körper im Takt. Pfarrer Uwe Crone lacht. Das Lied ist eingängig, vermittelt Spaß – für Kinder und Zuschauer gleichermaßen. Auch wenn die zehn Plagen, die Gott über die Ägypter herniedersausen lässt und Thema des Liedes sind, für Ägyptens Pharao alles andere als spaßig sind.

Anderes Verständnis für Geschichte

„Wir sind dein Volk, hol’ uns hier raus“ nennt sich das diesjährige Kindermusical der Evangelischen Kirchengemeinde Welper-Blankenstein, das im Rahmen der Herbstferien wieder die ganze Woche im Paul-Gerhardt-Haus geprobt und am Sonntag zur Aufführung gebracht wird. Der Name ist Programm: Nach dem Barmherzigen Samariter und Ruth geht es diesmal um Moses und den Auszug Israels aus Ägypten.

Jeden Morgen erzählt Crone den kleinen Sängern und Schauspielern die biblische Geschichte, damit sie ein Verständnis dafür bekommen. „Anders als Erwachsene, die distanzierter auf biblische Geschichten blicken und sie hinterfragen, sind die Kinder immer mittendrin. Sie haben einen ganz anderen Zugang dazu“, so Crone.

Ein Professor entwickelt eine Zeitmaschine, mit der Forscher Sam in die Vergangenheit befördert wird. „Ich tarne mich und bin für Moses und das Volk Gottes unsichtbar. Ich bin aber bei ihnen und schaue mir dann die Geschichte an“, erzählt die elfjährige Rebecca, die in die Rolle des Forschers schlüpft. Rebecca ist ein alter Hase im Musical-Geschäft Welpers und schon zum siebten Mal mit dabei. „Deshalb bin gar nicht mehr aufgeregt. Ich schauspieler gerne, das Musical macht Spaß“, erklärt sie.

Ein halber Pharao

Die zehnjährige Sarah ist dabei, weil Moses in der Bibel ihre absolute Lieblingsfigur ist. „Ich kenne die Geschichte deshalb schon auswendig.“ Trotzdem ist ihr Lieblingslied des Stückes eines, das sie auch schon im vergangenen Jahr im Kindermusical mitgesungen hat: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Emilia, neun Jahre und zum dritten Mal mit dabei, hat gerade erfahren, dass sie jetzt zur Hälfte die Rolle des Pharaos übernehmen muss. Jetzt muss sie erst einmal ihren neuen Text üben. Die Geschichte kennt sie bereits aus der Schule. Jetzt kann sie sie auf ganz neue Art und Weise erleben.