Mit den Menschen entsteht neues Leben

Foto: Socrates Tassos/Funke Foto Servi
Was wir bereits wissen
Ausstellung „Uomo e Macchina“ mit Fotografien von Pino Bertelli wurde im Industriemuseum eröffnet. Es geht um Eindrücke von Menschen aus der Toskana.

Hattingen..  Gemeinsamkeiten – zwischen der Toskana und dem Ruhrgebiet? Na klar doch. Auch wenn die meisten Menschen bei der Toskana zuerst an Oliven, Rotwein und Renaissance denken und eine Gegend vor Augen haben, wo sie sich selbst hinsehnen: Es gibt dort auch Arbeiter, Zechen, Kraftwerke, Hütten. Fotograf Pino Bertelli hat selbst 25 Jahre als Arbeiter im Stahlwerk Piombino gearbeitet. Ins Industriemuseum Henrichshütte kam er jetzt mit seiner Frau Paola zur Eröffnung seiner Ausstellung „Uomo e Macchina – Mensch und Maschine“, die bis 28. Oktober rund 100 Fotografien zeigt.

Im Frühjahr war er im postmontanen Hattingen unterwegs und hat hier einen Ort der Arbeit und des gesellschaftlichen Lebens fotografiert. Die Eindrücke Bertellis sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Was Mut machen und zeigen soll: Es gibt ein Leben und eine Zukunft nach der Hüttenschließung. Denn auch wenn die Arbeit geht: Die Menschen bleiben. Und mit ihnen entsteht neues Leben. Und neue Beschäftigungen.

Die Menschen in der Toskana und hier eint: Sie kämpfen um ihre Arbeitsplätze. Im Unterschied zu Hattingen, das der Region in der Toskana gut zwei Jahrzehnte voraus ist, stehen die Menschen in Piombino aber erst am Anfang der Veränderungen.

An ihrem Arbeitsplatz hat Bertelli Menschen schon 2002 im Auftrag der Region porträtiert, quer durch Branchen und Berufe. Wobei auch Pizzabäcker, Nudelhersteller, Gelatieri, die Schöpfer kalter Eisköstlichkeiten, nicht fehlen. Sie erfreuen sich auch hier großer Beliebtheit und üben ihre Berufe vor Ort aus.. Während es beispielsweise Dirk Zache, heute LWL-Museumsdirektor, als Maurer am Anfang seiner Berufslaufbahn in die Toskana zog.

Zu den Menschen zieht es den italienischen Autor, Fotografen und Filmemacher besonders hin. Sein Herz gehört auch dem Film. Der Schüler Pasolinis hat selbst an Filmen mitgewirkt. Im Begleitprogramm zur Ausstellung zeigt das Industriemuseum jeweils mittwochs von Juni bis September zweimal im Monat (im August nur einmal) Arbeiten Pasolinis.