Milchpulver als Babynahrung ist knapp

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Was wir bereits wissen
Drogeriemarkt DM bestätigt rationierte Abgabe an die Kunden.

Hattingen..  In den Drogeriemärkten von DM wird Milchpulver als Babynahrung in diesen Tagen nur stark eingeschränkt abgegeben. „Zwei bis drei Pakete“ werden pro Kunde über die Kasse gezogen, mehr dürften pro Person nicht verkauft werden, sagte eine Mitarbeiterin der Filiale auf der Heggerstraße auf WAZ-Nachfrage. Für DM im Reschop Carré gelten die gleichen Rationierungs-Regeln.

Tatsächlich bestätigte Christoph Werner, DM-Geschäftsführer für das Ressort Wirtschaft und Beschaffung, man verzeichne „seit geraumer Zeit auf dem Markt eine extrem hohe Nachfrage nach verschiedenen Säuglingsnahrungen, die die Hersteller nicht ausreichend bedienen können“. Zwar habe zwischenzeitlich „für einzelne Marken eine Entspannung stattgefunden“, aber: Die Gesamtnachfrage nach Milchnahrungen könne weiterhin „nicht voll gedeckt“ werden.

Auch Frank Maurer, Sprecher der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW, bestätigt die Kontingentierung bei Babynahrung in Drogeriemärkten. Und er nennt Hintergründe: „Die Knappheit von Babyfolgenahrung hängt immer noch mit der verstärkten Nachfrage aus asiatischen Drittländern, insbesondere China, zusammen.“ Dort entwickele sich eine westlich orientierte kaufkräftige Mittelschicht, die jungen Familien wendeten sich „vermehrt westlichen Ernährungsgewohnheiten zu“. Allerdings hätten sie nach dem Skandal in China mit gepanschtem Milchpulver 2008 „immer noch nur wenig Vertrauen in die heimischen Babynahrungsprodukte“. Mancherorts, so Experten, würden ganze Marktbestände leergekauft.

Folgen, die DM durch eine mengenmäßig beschränkte Abgabe von Milchnahrungs-Produkten vermeiden will – „um die Bedürfnisse all unserer Kunden befriedigen zu können“, wie Christoph Werber betont. Und er schiebt nach: „Sobald sich die Situation wieder normalisiert hat und wir die Produkte in ausreichenden Mengen zur Verfügung stellen können, werden wir diese Entscheidung natürlich revidieren.“