Methadon unterdrückt die Sucht
18.02.2008 | 18:06 Uhr 2008-02-18T18:06:56+0100Dr. Heinz Hilden arbeitet seit acht Jahren in der Drogen-Substitution. "30 Prozent meiner Patienten bleiben clean"Sein Jugendtraum, Langzeitabhängige endgültig von ihrer Sucht zu befreien, erscheint ihm inzwischen nahezu utopisch. ...
... Nach acht Jahren Drogen-Substitution legt der Hattinger Arzt Dr. Heinz Hilden sein Hauptaugenmerk auf soziale Integration. Denn selbst die Behandlung mit legalen Ersatzdrogen kann die Sucht nur selten durchbrechen."Methadon ist wie Heroin ein Opioid, es verursacht aber keinen Kick", erklärt er. "Die Sucht wird durch die Behandlung nicht geheilt, sondern lediglich unterdrückt."Doch auch Methadon erzeugt Abhängigkeit. "30 Prozent meiner Patienten bleiben clean, brauchen aber Methadon. Alle anderen haben Rückfälle - die Quote nach reiner Entgiftung, ohne Methadon, liegt bei 95 Prozent."Heroin spreche die gleichen Rezeptoren im Gehirn an wie Endorphin, ein körpereigenes Opioid - "nur in einer viel höheren Dosis", sagt der Mediziner. "Es verursacht Wohlbehagen und unterdrückt Schmerzen. Heroin täuscht das System für den Genuss und erschafft ein künstliches Paradies." Lässt der Heroin-Spiegel nach, verlangt das Sucht-Gedächtnis nach Stoff - der Teufelskreis beginnt.Hilden: "Den reinen Kick gibt es für Abhängige maximal drei Mal im Leben, dann geht es um Unterdrückung der Entzugserscheinungen: Krämpfe, Schmerzen, Unruhe, Erbrechen. Betroffene sind aggressiv, werden aus ihrem sozialen Umfeld geworfen, fallen in ein Loch aus Depressionen." sh
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