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Emmy-Kruppke-Seniorenzentrum

Menschlich miteinander

22.11.2010 | 16:28 Uhr
Menschlich miteinander
Beim Mittagessen plaudert der neue Heimleiter Harald Dombrowski im Seniorenzentrum in Welper mit der 85 Jahre alten Hedwig Wölfling. Da er vorher Pflegedienstleiter war, kennt er das Haus gut. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen. Emmy-Kruppke-Haus: Heimleiter Harald Dombrowski knüpft an Bewährtes an und will Demenz-Betreuung ausbauen.

Der Chef hat gewechselt. Doch er hat das Haus nicht völlig umgekrempelt. Das musste Harald Dombrowski auch nicht. Schließlich war der 48-Jährige Pflegedienstleiter, ehe er die Leitung des Emmy-Kruppke-Seniorenzentrums in Welper übernahm. Er trat die Nachfolge von Beate Strelow an, die in den Ruhestand gegangen ist.

Mit ihr war er auf einer Wellenlänge. Man war sich einig, was die Ausrichtung des Hauses angeht. So dass nicht alles umgewälzt werden muss. Dombrowski hat zwar die Zuständigkeit gewechselt. Doch seine Tür steht weiterhin offen für die Bewohner. Als eine alte Dame nicht an ihr Taschengeldkonto kommt, kann er zwar kein Bares zücken. Er rät aber, später wiederzukommen, wenn die Zuständige wieder da ist.

Der gelernte Krankenpfleger kam über einen früheren Arbeitgeber zur Altenpflege und übernahm 2004 die Pflegedienstleitung in Welper. „Das Haus ist nichts Neues für mich“, sagt er, „auch wenn ich ein anderes Büro habe und andere Aufgaben“.

Das Gesicht zumindest, die Ansprechperson bleibt gleich für Mitarbeiter und Bewohner, was zu einer gewissen Beruhigung führte. „Das menschliche Miteinander war Schwerpunkt von Beate Strelow“, sagt ihr Nachfolger. Einmal im Team untereinander, zum anderen im Umgang mit den Bewohnern.

Forcieren möchte Dombrowski die Arbeit mit dementen Bewohnern und den Sinnesgarten erweitern. Er ist dabei ein Konzept für eine Therapieküche für die Bewohner zu erstellen. Dort kann gemeinsam gekocht und anschließend zusammen gegessen werden. Was nicht nur nette Gemeinsamkeit verspricht, sondern auch an das frühere Leben der Bewohnerinnen anknüpft, die für die Familie gekocht haben. „Beim Zusammensitzen in gemütlicher Runde werden alte Erinnerungen wach“, so Dombrowski, alte Fertigkeiten werden wieder geübt.

Alle Mitarbeiter, bis hin zum Hausmeister, werden im Umgang mit dementen Menschen geschult, damit sie auf deren Bedürfnisse eingehen können. Kochen steht einmal im Monat in jedem Wohnbereich auf dem Programm. Das Dinner bei Kerzenschein einmal im Jahr ist beliebt. Beliebt war auch der Basar. Nicht nur Schmuck und Filzsachen wurden verkauft. Was schön ist, weil Anklang gefunden hat, was die Bewohner hergestellt haben. Aber auch, weil „wir Wii-Spiele kaufen und gemeinsam kegeln können“.

Brigitte Ulitschka



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