Meiste Verkehrsunfälle am 1. Mai

Unfälle wie auf diesem Archivbild An der Kost passieren statistisch gesehen am häufigsten am 1. Mai.
Unfälle wie auf diesem Archivbild An der Kost passieren statistisch gesehen am häufigsten am 1. Mai.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
StatistikerProf. Dr. Rolf Lefering hat ermittelt, wann Schwerverletzte in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die meisten kritischen Tage sind im Sommer.

Hattingen..  Der 1. Mai ist der gefährlichste Tag des Jahres – zumindest wenn es um Verkehrsunfälle geht. Das hat nun Prof. Dr. Rolf Lefering, Statistiker an der Privat-Universität Witten/Herdecke, ermittelt. Auch generell lässt sich sagen, dass es bei schönem Wetter im Sommer weit mehr Unfälle als bei Winterwetter gibt. Die Kreispolizei bestätigt, dass „ab den Monaten April/Mai, über die wärmeren Monate des Jahres die Anzahl der Unfälle unter Betei­ligung von motorisierten Zwei­rädern höher ist“.

Lefering ist als Fachmann seit Jahren wissenschaftlicher Berater des Trauma-Registers der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Hierbei werden seit 1993 Daten schwer verletzter Patienten gesammelt, um den Kliniken Rückmeldung über ihre Behandlungsqualität zu geben. Zudem werden die anonymisierten Daten genutzt, um u.a. therapeutische Fragestellungen zu untersuchen.

Fazit: Am 1. Mai werden die meisten Schwerverletzten in Krankenhäuser eingeliefert. „Das ist der Feiertag, der viele Menschen nach draußen lockt. Motorradfahrer drehen wieder die ersten Runden nach dem Winter, es sind zudem viele Fußgänger unterwegs und für viele sei der 1. Mai ein Tag, an dem man ruhig mal etwas tiefer ins Glas schaut – eine ungute Kombination“, erklärt Rolf Lefering.

Kreispolizei-Sprecher Dietmar Trust berichtet, dass „in den ersten und letzten drei Monaten eines Jahres erfahrungsgemäß weniger Zweirad gefahren“ werde. Viele seien nach dieser Zeit mit ihrem Motorrad nicht mehr so vertraut. „Häufig können Fahrer die Leistung der Maschine und die eigenen Fähigkeiten nach der Winterpause nicht richtig einschätzen. Deshalb rät die Polizei jedem Biker, gegebenenfalls an einem Sicherheitstraining teilzunehmen.“

Zudem ist unter den Top Ten der Tage mit den meisten schweren Unfällen neben dem 1. Mai noch ein weiterer bundesweiter Feiertag: der 3. Oktober. Die übrigen kritischen Tage liegen alle im Sommer, wo vor allem durch Motorradfahrer die Unfallzahlen fast doppelt so hoch sind wie im Winter.

Ein anderes Ergebnis der Auswertung: Es gibt keinen belegbaren Einfluss der Mondphasen auf die Unfallhäufigkeit. „Alles, was über die psychische oder psychologische Dimension des Vollmondes so in Umlauf ist, kann ich als Statistiker in den Unfalldaten nicht wiederfinden“, so Lefering. „Wenn man sich die Wochentage anschaut, haben wir am Wochenende ein leichtes Plus bei den Aufnahmen im Krankenhaus. Deutlichere Unterschiede zeigen sich im Tagesverlauf. Zwischen 17 und 19 Uhr, wenn viele müde und gestresst eilig nach Hause fahren, passieren die meisten schweren Unfälle.“