Medikamente gehen auf die Reise nach Afrika

Matthias Ketteler vom Verein Projekthilfe Gambia in Gambia
Matthias Ketteler vom Verein Projekthilfe Gambia in Gambia
Foto: Ketteler
Was wir bereits wissen
Projekthilfe Gambia kaufte für 30 000 Euro ein. Container wird Ende April verschifft. Für den Kindergarten in Jahaly werden noch Förderer gesucht, damit er langfristig gesichert werden kan.

Hattingen..  30 000 Patienten kommen inzwischen jedes Jahr in die „Buschklinik Hattingen“ im westafrikanischen Gambia. Jetzt organisiert die „Projekthilfe Gambia e.V.“ in Hattingen, die 2015 ihr 30-jähriges Bestehen feiert, die jährliche Medikamentenlieferung für ihre Gesundheitsstation im Dorf Jahaly.

„In den vergangenen Jahren beobachten wir eine steten Anstieg der Patientenzahlen“, sagt Projekthilfe-Chef Matthias Ketteler. „Das ist ein Beweis für das große Vertrauen, das die Menschen in Jahaly und der Umgebung in die Arbeit der Buschklinik haben.“ Aber mehr Patienten bedeuten auch mehr Medikamente, die der gemeinnützige Verein aus Spenden finanziert. Ketteler hat gerade bei einem Großhändler in Holland und vor Ort in Gambia Medikamente im Wert von 30 000 Euro bestellt. Ende April werden sie in einem Container nach Gambia verschifft.

2013 starben in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 437 000 Kinder unter fünf Jahren an Malaria. Wegen der umliegenden Reisfelder besteht in Jahaly ganzjährig die Gefahr einer Malaria-Erkrankung. Für eine lebensrettende Malaria-Behandlung in der Buschklinik werden Medikamente im Wert von nur etwa einem Euro benötigt.

„Medikamente sind für unsere Patienten grundsätzlich kostenlos“, sagt Matthias Ketteler. „Bei Malaria ist es für den Erfolg der Behandlung allerdings sehr wichtig, dass die Patienten möglichst schnell zu uns in die Klinik kommen.“

Auch der Kindergarten mit Vorschule, den die Projekthilfe seit 2004 direkt neben der Buschklinik betreibt, ist eine Erfolgsgeschichte: Statt wie bisher 240 Kinder werden seit letztem Herbst 410 Kinder im Kindergarten betreut. Dadurch sind aber auch die Ausgaben für Lehrer, das tägliche Mittagessen und Schuluniformen gestiegen. Etwa einhundert Kindergartenplätze werden zurzeit mit einer monatlichen Patenschaft in Höhe von fünfzehn Euro unterstützt. „Viermal so viele Patenschaften wären nötig, um den Betrieb des Kindergartens langfristig zu sichern“, sagt Ketteler.

Ende Mai/Anfang Juni reist er mit anderen ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern nach Gambia, um die Medikamente aus dem Schiffscontainer im Hafen der gambischen Hauptstadt Banjul in Empfang zu nehmen und zur Buschklinik nach Jahaly zu transportieren. Im Container befinden sich auch mehrere neue Solar-Module, um die Solaranlage der Buschklinik zu erweitern.

Die Helfer zahlen die Kosten für Flug und Unterkunft übrigens wie immer selbst. „Die Verwaltungskosten unseres Vereins liegen seit Jahren unter einem Prozent unserer Einnahmen. Wir garantieren, dass die Spendengelder in Jahaly wirklich ankommen.“ Matthias Ketteler hofft, dass mehr und mehr interessierte Hattinger Bürger und Firmen das erfolgreiche Projekt in Gambia unterstützen und verweist auf den Internetauftritt des Vereins. Unter www.buschklinik.de gibt es umfassende Informationen und auch die Möglichkeit, eine Patenschaft für Kindergarten/Vorschule oder eine Förderschaft für die Buschklinik zu übernehmen. „Wir brauchen eine regelmäßige Unterstützung, um die Versorgung der vielen Patienten und die Ausbildung der Kinder sicherzustellen“, betont Ketteler. „Gambia braucht die Hattinger Hilfe“. Er weist darauf hin, dass das Hattinger Projekt auch von Vertretern der Weltgesundheitsorganisation als Modell für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Gambia angesehen wird. Spendenkonto: Sparkasse Hattingen, IBAN: DE20 4305 1040 0000 0509 63.