Mathilde Franziska Anneke vor Wolkenkratzern

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Was wir bereits wissen
Bild der Bochumer Künstlerin Käthe Wissmann als Preis für Verdienste im Einsatz für Bürgerrechte.

Hattingen..  Eine mutige Vorkämpferin für Freiheit, Demokratie und Frauenrechte war Unternehmertochter Mathilde Franziska Anneke, 1817 in Sprockhövel geboren, aufgewachsen in Hattingen. Der am 25. April vergebene Anneke-Preis, den die beiden Städte verleihen, würdigt „herausragende und innovative Verdienste im Einsatz für Bürgerrechte und Bildung“.

Neben Geld erhält die Preisträgerin, die am 15. April bekannt gegeben wird, auch ein Bild von Mathilde Franziska Anneke, das Teil der Ausstellung „Eine starke Frau – ein starkes Leben“ im Alten Rathaus mit 15 Bildern, Skulpturen, Figurinen, einer Installation, Life Performance und einem Stuhl rund um die Schriftstellerin, Journalistin, Lehrerin und politische Aktivistin ist. Am 21. März hat die Jury des Kunstvereins Hattingen ihre Entscheidung für das Bild der Bochumer Künstlerin Käthe Wissmann bekannt gegeben, das Anneke vor Wolkenkratzern zeigt und auf ihre Emigration in die USA nach der gescheiterten badischen Revolution 1848/49 und ihr Wirken für Frauenrechte und Sklavenbefreiung hinweist.

„In meinem Bild habe ich den kämpferischen Geist dieser beeindruckenden Frau in den Fokus genommen,“ schreibt Käthe Wissmann dazu. „Die junge Frau, die stolz und unerschrocken ihre Ketten zerreißt und die ältere Frau, die in ihrem roten Gewand und dem Buch in der Hand uns auffordert, die Brücke der Vernunft zu betreten und unseren eigenen Weg zu gehen.“ Am Brückenkopf rechts im Bild mit dem Titel „Die Vernunft befiehlt uns, frei zu sein“, das in einer Mischtechnik auf Leinwand surrealistische Elemente und Fotocollage verbindet, wird Annekes Neue Kölnische Zeitung zitiert, die bald aus Zensurgründen in Frauenzeitung umbenannt wurde. „Wir wollen die vielseitige Persönlichkeit Annekes erfassen“, betont Sabine Schlemmer von der Gleichstellungsstelle Sprockhövel. „Durch die Beteiligung Jugendlicher und junger Künstler ist dieses Projekt in die Zukunft gerichtet,“ so Christiane Nicolai vom Kunstverein Hattingen – „das wäre im Sinn von Mathilde Franziska Anneke“.