Maikundgebung auf dem Untermarkt

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Was wir bereits wissen
Hattingen Marketing und DGB finden im Streit um das Krämersdorf als Veranstaltungsort einen Kompromiss.

Hattingen..  Der Streit um das Krämersdorf als Standort für zwei Veranstaltungen am 1. Mai ist vom Tisch. Hattingen Marketing, das vom 1. bis zum 3. Mai einen Mittelaltermarkt im Rahmen des Maifestes im Krämersdorf platzieren möchte, und der Maikreis des DGB, der traditionell am 1. Mai zur Kundgebung zum Tag der Arbeit aufruft, hatten zuletzt darauf gepocht, im Krämersdorf zum Zuge zu kommen.

Am Montag haben Georg Hartmann, Geschäftsführer von Hattingen Marketing, und Hans-Georg Harms, Sprecher des DGB-Maikreises, unter der Vermittlung des designierten SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Klaus Orth folgenden Kompromiss gefunden: Die DGB-Kundgebung findet am Freitag, 1. Mai, ab 9.30 Uhr auf dem Untermarkt statt. Die dort geplanten Aktionen im Rahmen des Maifestes beginnen erst nach der Maikundgebung. Der Mittelaltermarkt kann im Krämersdorf aufgebaut werden.

Georg Hartmann begrüßt die jetzt gefundene Lösung, bei der Kundgebung, Maifest und Mittelaltermarkt gleichermaßen stattfinden können. Und betont, es sei nie darum gegangen, zum 1. Mai einen verkaufsoffenen Feiertag zu beantragen. Der werde am Sonntag, 3. Mai, stattfinden.

Hans-Georg Harms freut sich, dass Hattingen Marketing den Untermarkt entgegen früherer Aussagen nun doch für den DGB freigibt. Und begrüßt Hartmanns Ankündigung, das Maifest künftig generell abseits des 1. Mai zu veranstalten.

Damit ist eine Terminkollision geheilt, die seit ihrem Bekanntwerden für zunehmend Zündstoff gesorgt hatte. Vor allem Arbeitnehmervertreter pochten auf Wahrung der Tradition am Tag der Arbeit. Wütend hat sich etwa der ehemalige IG-Metall-Chef Otto König positioniert. „Dass nun die Gewerkschaftskundgebung am 1. Mai aus profanen Kommerzinteressen von ihrem angestammten Platz auf dem Krämersdorf weichen und der ,Tag der Arbeit’ zum ,Tag des Kommerzes’ umgewidmet werden soll, ist für mich ein nicht zu überbietendes respektloses Verhalten gegenüber den Arbeitnehmern in dieser Stadt“, schreibt König. Und weiter: „Jeder rational denkende Bürger, der miterlebt hat, was die Arbeitnehmer für ihre Stadt geleistet haben, kann da nur den Kopf schütteln.“

Und WAZ-Leser Horst Maylandt meint dazu: „Mir ist unverständlich, wie Hattingen Marketing auf die Idee kommen konnte, den arbeitsfreien 1. Mai mit einem Maifest zu vermischen. Und das in einer Stadt mit guter gewerkschaftlicher Tradition, in der viele Beschäftigte mit ihren Gewerkschaften und der Bevölkerung seit Jahrzehnten immer wieder intensiv um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze gekämpft haben. Auch O&K wäre ohne den Widerstand der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft wohl kaum noch in Hattingen.“