Magen-Darm-Virus trifft Schüler und Lehrer

„Schüler, die an einer Magen-Darm-Erkrankung litten, dürfen erst nach vollständiger Genesung wieder zur Schule kommen. Dies muss im Interesse der Gesundheit aller genauestens beachtet werden. Ausnahmen können nicht zugelassen werden“, informiert die Weiltor-Grundschule derzeit auf ihrer Internet-Homepage. Aus aktuellem Anlass. Schulleiter Bruno Lück hörte von Kindern: „Mir ging’s schon morgens schlecht, aber ich musste zur Schule gehen.“ Am Freitag meldeten sich vier Lehrkräfte krank, Unterricht war nicht mehr möglich.

Den Kindern – „in einer Klasse waren sehr viele betroffen“ – war am Tag der Zeugnisübergabe nicht angesichts schlechter Noten übel geworden, sondern weil sie sich offensichtlich angesteckt hatten. Viele mussten sich übergeben. „Der Hausmeister ging nur rum und desinfizierte“, sagt der Schulleiter.

Da an diesem Tag sowieso nur drei Schulstunden auf dem Programm standen in der Grundschule an der Bahnhofstraße mit acht Klassen, rief der gesunde Rest des Kollegiums Eltern an, damit sie ihre Kinder abholen. „Berufstätige Eltern stehen unter Druck“, vermutet Bruno Lück als Grund, weshalb Jungen und Mädchen krank zur Schule geschickt werden. „Kinder werden krank hier abgegeben“, sagt er. Einem Mädchen aus dem ersten Schuljahr sei „ganz elend“ gewesen. „Ich musste trotzdem zur Schule gehen“, habe sie erzählt. Die Grundschule hatte bereits einen Rundbrief an Eltern geschickt und auf das Krankheitsproblem aufmerksam gemacht.

„Das sagt schon der gesunde Menschenverstand, dass man Kinder nicht krank zur Schule schickt“, erklärt Ingo Niemann, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Die Verantwortung der Eltern sei gefragt. Seien die Kinder einmal in der Schule, liege die Aufsichtspflicht dort. Sie muss die Eltern anrufen, damit diese die Kinder abholen. Was geschehen ist.