Luftbilder aus Hattingen werden nun verkauft
26.11.2009 | 17:32 Uhr 2009-11-26T17:32:00+0100
Hattingen. Am Wochenende ist die letzte Gelegenheit, sich die Luftbilder von Hans Blossey im Stadtmuseum Blankenstein. anzusehen. Anschließend werden die Exponate der Ausstellung „Über den Wolken – Hattingen von oben” an Interessierte verkauft.
Jedes Gespräch bringt einen weiter. Und so war Fotograf Hans Blossey jedes Mal begeistert, wenn er eine Führung durch seine eigene Ausstellung im Stadtmuseum leitete. Denn dabei haben die Besucher ihm immer wieder die Geschichten zu seinen Bildern erzählt. Am Sonntag wird „Über den Wolken – Hattingen von oben” geschlossen.
Die Ausstellung war ein Erfolg. „Der Besuch war gut, und die Leute, die durch die Ausstellung gegangen sind, waren restlos begeistert”, bilanziert Museumsleiterin Petra Kamburg. Als weiteres Indiz für eine gelungene Inszenierung darf der gute Absatz an Katalogen, in denen alle Bilder vertreten sind, gewertet werden.
Besonders beliebt war die Ausstellung bei Schulklassen. Sieben Gruppen aus verschiedenen Grundschulen kamen nach Blankenstein, erkundeten den Stadtteil ihrer Schule von oben und bauten anschließend wichtige Gebäude und andere Besonderheiten nach – mit Ton und Gips, Maschendraht und Pappe. Präsentiert werden die Ergebnisse vom 11. bis 13. Dezember im Museum.
Heimatkunde der besonderen Art
„Das war Heimatkunde der besonderen Art”, freut sich Museumspädagogin Gudrun Schwarzer. Sie verweist zudem auf die Projektwoche der Realschule Grünstraße, die am Marktplatz durchgeführt wurde (wir berichteten).
Ungewöhnliche Aktion des Stadtmuseums: Nach Beendigung der Blossey-Ausstellung können alle Exponate gekauft werden – die Motive auf Leichtschaumplatten (Kappaline) kosten 35 Euro, die besonderen Motive auf Kunststoffplatten (Forex) 50 Euro. Jedes Bild gibt es nur einmal, wer zuerst anruft (Telefon 02324/68161-0), bekommt den Zuschlag. Zudem gibt es im Stadtmuseum noch den Katalog (15 Euro), und es können Poster auf Wunsch erstellt werden.
„Wir hatten ein schönes Rundumpaket für alle Generationen”, so Petra Kamburg. Denn während die Kleinen durch die Räume jagten und beispielsweise fasziniert vor den 3D-Bildern stehen blieben, kamen die Älteren beim Betrachten der Heimat ins Schwärmen. Sie kramten in Erinnerungen und stießen so auf Geschichten, die schon beinahe als vergessen galten.
Am Wochenende gibt es die letzte Gelegenheit, die Luftbilder im Stadtmuseum zu sehen (Fr, Sa, So, 11 bis 18 Uhr). Anschließend werden die Exponate an Interessierte verkauft.
Weiter geht es ab dem 6. Dezember mit einer Retrospektive des Künstlers Heinz Mack. Der Mitbegründer der Zero-Gruppe soll im Jahr der Grafik für einen besonderen Jahres-Ausklang im Schatten der Burg sorgen.
Die große Jahres-Ausstellung im kommenden Jahr werden dann die lokalen Helden sein, angelehnt an die Helden im Industriemuseum. Die große Jahres-Ausstellung in diesem Jahr war indes Hans Blossey – es war eine beeindruckende.
„Ich träume von der Paasstraße”
Herr Blossey, wie lautet Ihre Bilanz der Ausstellung?
Blossey: Für mich war es ausgesprochen angenehm. Die Ausstellung ging weit über das hinaus, was ich erwartet habe. Vor allem die Konzeption von Sebastian Hartmann und Petra Kamburg war ein Volltreffer. Die Aufbereitung war nah an der Bevölkerung.
Schulklassen sind besonders gerne gekommen.
Das war Heimatkunde zum Anfassen, eine Perspektive, die viele Ah's und Oh's beinhaltet. Die museumspädagogische Umsetzung war das Beste, was ich bisher erlebt habe.
Wird Hattingen denn noch einmal angeflogen?
Ich habe so viel Neues von Hattingen kennen gelernt, kann jetzt von der Paasstraße träumen. Da habe ich auch mal was falsch gemacht, aber das richtige Bild habe ich dann im Laufe der Ausstellung nachgeliefert.
Was wird Ihr nächstes Projekt sein?
Ich arbeite an einer Ausstellung übers Ruhrgebiet, weiß aber noch nicht, in welche Richtung das geht. Sie wird vermutlich im Sommer in Gelsenkirchen zu sehen sein.
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