Leser fordern klare Kante von den Kandidaten

Gymnasium Waldstraße
Gymnasium Waldstraße
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Armin Eberhardt und Thorsten Wiechert machen sich fürs Gymnasium Waldstraße stark.

Hattingen..  „Eine Stadt, die in den letzten Jahren sehr viel Geld in eine gut funktionierende Schule Gymnasium Waldstraße (zehnter Platz nach der Qualitätsanalyse im Regierungsbezirk Arnsberg) gesteckt hat und diese dann doch kurzfristig aufgeben will, handelt wie ein Autohändler, der den gestern toprenovierten Oldtimer heute auf den Schrottplatz bringt“, schreibt Armin Eberhardt in einem Leserbrief an die Redaktion. Der ehemalige Schüler des Gymnasiums Waldstraße, Abiturjahrgang 1976, findet es richtig, dass die Bürgermeisterkandidaten Manfred Lehmann und Dirk Glaser in der vom Gymnasium organisierten Podiumsdiskussion am 26. August Stellung beziehen sollen.

Eberhardt kritisiert Rat und Verwaltung der Stadt: „Die Verantwortlichen halten nicht den eigenen Kopf hin, sondern verstecken sich hinter dem Billiggutachten der Firma Biregio, die bundesweit hunderte solcher Gutachten gefertigt hat und die kurzfristige und kurzsichtige Schließung gut arbeitender Schulen fördert. Hattingen braucht weiterhin eine vielfältige, leistungsfähige Schullandschaft, kleine, mittlere Schulgrößen, in denen der einzelne Schüler nicht eine Nummer ist, sondern nach seien Fähigkeiten gefördert wird. Und nicht zu vergessen die Menschen, die viele Jahre und Jahrzehnte ihr Herzblut gegeben haben.“

WAZ-Leser Thorsten Wiechert hat den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Bovermann angeschrieben. „Als Vater interessiert mich Ihre Haltung zu dieser doch sehr weitreichenden und für viele junge Menschen existenziellen Entscheidungsfindung“, bittet Wiechert den Uni-Professor und Schulpolitiker um Stellungnahme.

„Bislang sind mir nur Gerüchte zu Ohren gekommen, deren Wahrheitsgehalt ich nicht einschätzen kann“, antwortet Bovermann. Von Plänen der Stadt für eine Fusion der Gymnasien wisse er nichts. Bovermann betont, das Biregio-Gutachten schaffe nur eine Grundlage für die Entscheidungen in den Hattinger Gremien, und schreibt: „Ich bin sicher, dass es zu diesem Zeitpunkt auch sinnvoll ist, eine öffentliche Debatte auf der Basis von Daten statt Gerüchten zu führen. Ihre Sorge als Vater kann ich verstehen, doch bitte ich um Verständnis, dass ich mich nicht an der Gerüchteküche beteiligen möchte.“