Lernkonzepte und Raumpläne

Gerd Buschhaus
Gerd Buschhaus
Foto: Archiv, Hanusch
Was wir bereits wissen
Das Gerangel um Verlagerung oder Zusammenlegung von Schulen ist nicht neu. Immer wieder im Mittelpunkt steht dabei das Gymnasium im Schulzentrum.

Hattingen..  Das Gymnasium Waldstraße wehrt sich gegen „die geplante Zerschlagung einer gewachsenen und bewährten Schullandschaft“. Lehrer, Eltern und Schüler vermuten hinter dem Auftrag an die Beraterfirma Biregio den Plan, das Gymnasium Waldstraße am Standort Holthausen mit dem Gymnasium im Schulzentrum zu verschmelzen (wir berichteten).

Ein bei einer Fusion entstehendes „Mammut-Gymnasium“ mit 1800 Schülern und 170 Lehrern müsse in Hattingen unbedingt verhindert werden – das ist die zentrale Aussage des Brandbriefes, der von der Waldstraße an die Entscheider in Rat und Verwaltung geschickt wurde. Und: In den vergangenen fünf Jahren seien knapp fünf Millionen Euro ins Gymnasium Waldstraße investiert worden. Ein solches Haus können man nicht ernsthaft schließen wollen.

Schließlich: Das Schulgebäude in Holthausen sei viel zu klein für zwei Gymnasien. Die Marie-Curie-Realschule belege dort 23 Schulräume, das Gymnasium Waldstraße benötige 53, heißt es in dem Schreiben. Und das alles bei Schülerzahlen, die an Gymnasien nicht mehr rückläufig seien.

„Die Schülerzahlen sind rückläufig“, sagt dagegen Gerd Buschhaus (61). Dennoch hält der Direktor des Gymnasiums am Schulzentrum Holthausen die Zusammenlegung der beiden Hattinger Gymnasien für „nicht wünschenswert“. 1800 Schüler im Gebäudekomplex an der Lindstockstraße bezeichnet Buschhaus als „Käfighaltung“. Einmal habe das Gymnasium Holthausen diese Schülerzahl zusammen mit der Realschule erreicht. Das sei grenzwertig gewesen, sagt der Schulleiter.

Kooperation in der Oberstufe

Mehr Kooperation zwischen den Schulen hält Gerd Buschhaus indes nicht nur pädagogisch, sondern auch betriebswirtschaftlich für sinnvoll. „Wenn wir in der Oberstufe wegen zu niedriger Anmeldezahlen immer weniger Grundkurse anbieten können, wechseln die Schüler nach Essen oder Bochum“, sagt er und betont, dass die beiden Gymnasien bei Grund- wie auch bei Leistungskursen bereits zusammenarbeiten.

Auch mit Gerüchten über mögliche Standortwechsel hat Buschhaus bereits leidvolle Erfahrungen gemacht. Seit Jahren geistern „Pläne“ durch die Diskussion, nach denen das Gymnasium in Holthausen und die Gesamtschule in Welper die Gebäude tauschen sollen. „Ein unsäglicher Unsinn“, kommentiert Buschhaus „das Gerede“. Schulen hätten Standort-Bindungen, die man nicht einfach aufgeben dürfe. Sinnvoll seien indes gezielte Nachbesserungen. So etwa ein Umzug der Gymnasialen Oberstufe der Gesamtschule ins Schulzentrum. Buschhaus: „Dann könnten drei Schulen in der Oberstufe kooperieren und die Stadt einen Teilstandort in Welper aufgeben.“