Leiterin bleibt in der Kindertagesstätte allein

Petra Karopka räumt Spielzeug auf.Foto:Jürgen Theobald
Petra Karopka räumt Spielzeug auf.Foto:Jürgen Theobald
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Betreuungsangebot des Zweckverbands im Bistum wurde am Montag in Hattingen nicht gebraucht

Hattingen..  Über die Feiertage lief im Fernsehen „Kevin allein zu Haus“. Während der Blondschopf zu allem möglichen Unsinn aufgelegt war, brütet Petra Karobka am Computer über Dateien. Sie sitzt auch nicht gemütlich zu Hause. Die Leiterin der katholischen Tageseinrichtung für Kinder Hl. Geist an der Denkmalstraße ist allein an ihrem Arbeitsplatz.

Sie müsste sich eigentlich etwas verloren vorkommen. Denn wo sonst Jungen und Mädchen in zwei Kita-Gruppen toben, herrscht gähnende Leere. Kein Kind will von der Leiterin der Tageseinrichtung oder einer Kollegin betreut werden. Petra Karobka ist nicht sauer. „Ich arbeite auf, was liegengeblieben ist“, sagt sie.

Da es in den Vorjahren Bedarf für Kinderbetreuung gegeben hat, öffnet der Kita-Zweckverband im Bistum Essen, wie berichtet, Montag und Dienstag dieser Woche katholische Kindertagesstätten – darunter in Hattingen Heilig Geist. „Familien, die Bedarf an einer qualifizierten Kinderbetreuung haben, können sich auf uns verlassen“, hatte Geschäftsführer Peter Wenzel versprochen.

Nicht nur Kinder der eigenen Einrichtung hätten kommen können, sondern auch Jungen und Mädchen der anderen vier katholischen Kindertagesstätten. Auch für den heutigen Dienstag wurde kein Spross angemeldet. „Es gab Aushänge“, sagt Petra Karobka, „Eltern hätten sich bei den Leitungen melden sollen. Sie erklärt sich die Leere so: „Es kann sein, dass Betreuung im Familienverband genutzt wird“. Möglicherweise hätten andere Familienmitglieder frei und betreuten die Kinder. Für den heutigen Dienstag wurde ebenfalls kein Kind gemeldet. Geöffnet ist auch am 2. Januar.

„Ich bin auf jeden Fall von 7 bis 11 Uhr da“, sagt die Kita-Leiterin. In dieser Zeit können Eltern, bei denen sich kurzfristig noch Bedarf ergibt, ihre Kinder vorbeibringen. Erzieherinnen stehen auf Abruf bereit. „Einer Kollegin habe ich um 9 Uhr abgesagt.“ Petra Karobka erledigt derweil „Bürokram, für den die Zeit sonst immer zu knapp ist“.