Lehre an der Lok
16.05.2008 | 19:56 Uhr 2008-05-16T19:56:06+0200Gesamtschüler arbeiten für Hattinger Unternehmen an Messe-Präsentation. Neues Kooperations-Konzept
Philipp hat gerade die mündliche Abiprüfung hinter sich - damit nicht genug: Der 21-Jährige will noch eine Zusatzqualifikation in der Betriebswirtschaft machen. Dafür besucht er die Junior Business School an der Dortmunder Universität. Mit ihm elf Mitschüler aus der Oberstufe der Gesamtschule Holthausen.
Und weil neben innerbetrieblichen Abläufen und Rechnungswesen auch ein praktischer Teil zum Kurs gehört, hat die Schule jetzt einen Kooperationsvertrag mit der Westfälischen Lokomotiv-Fabrik der Firma Reuschling unterschrieben. Sie beteiligt sich an der betriebswirtschaftlichen Ausbildung. Ihr Auftrag: Die Gesamtschüler sollen einen Messe-Präsentation entwickeln und mit dieser darstellen, wie das Hattinger Unternehmen ausbildet.
Stefanie (18) hat dafür schon mit ihren Schulkameraden losgelegt: "Wir haben Informationen gesammelt und eine Betriebsführung gemacht". Außerdem haben sie mit einigen der sieben Lehrlinge gesprochen. Dennis (20) wird die Präsentation der Schüler auf der Verkehrstechnik-Messe Inno-Trans in Berlin vorstellen. Der angehende Industriemechaniker ist Ansprechpartner für das Projekt.
Zum Abschluss winkt den Schülern ein Zertifikat. Und wenn sie Wirtschaftswissenschaften studieren, gibt's zum Einstieg schon den ersten Schein für das Projekt. Doch hinter dem Kooperationsvertrag steckt mehr. Gesamtschüler der Mittelstufe können in der Lokomotiv-Fabrik ein Praktikum absolvieren.
Umgekehrt bietet sich Geschäftsführer Walter Schreiber an, zu den Schülern zu kommen: "Zur Aufheiterung des Physikunterrichts". Um dabei unter anderem zu erklären, wie eigentlich eine Lok funktioniert. Auch für andere Fächer hat er schon Ideen: angewandte Mathematik - mit Hilfe der Waggonbremse. Seine Vorschläge nimmt Schulleiterin Elke Neumann gern an: So bleibt der Unterrichtsstoff doch viel besser hängen, wenn er Bezug zur Realität bekommt. sag
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