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Inklusion

Lebenshilfe schult Inklusionshelfer

10.01.2013 | 20:00 Uhr
Lebenshilfe schult Inklusionshelfer
Foto: Tobias Kleinschmidt, dpa

Hattingen.  Ein Pool von bisher 80 Kräften, der 50 Schulen im EN-Kreis versorgt, wird zurzeit ausgebaut.

„Hattingen braucht einen Inklusionsplan“, hat Achim Paas für die SPD in seiner Haushaltsrede für 2013 gefordert. Was war das noch mal? Wer sich das ratlos fragt, steht wahrscheinlich nicht allein. Das Thema war im Vorjahr im Zusammenhang mit einem Umzug der Förderschule St. Georg politisch diskutiert worden. Es bedeutet den Einschluss aller und war im Rahmen gemeinsamen Unterrichts behinderter und nichtbehinderter Schüler debattiert worden.

Einen Plan haben inzwischen 15 angehende Fachkräfte für Schulintegration/Inklusionsassistenz, die den ersten Baustein einer sechsmonatigen Weiterbildung mit der Lebenshilfe Ennepe-Ruhr/Hagen hinter sich haben. Der erste Tag, so der Veranstalter, sei sehr positiv aufgenommen worden, „gab es doch bisher keine Möglichkeit für Integrationskräfte in Schulen, zu einer anerkannten Zertifizierung zu gelangen“.

„Wir begleiten auch Hattinger Schulen“, sagt Kerstin Koch, die bei der Lebenshilfe EN die Schulintegrationshilfen leitet und koordiniert. Eine Teilnehmerin des laufenden Fortbildungskurses sei immer wieder als Springerin in Hattinger Schulen unterwegs. „Wir haben einen großen Pool von Mitarbeitern“, fasst Kerstin Koch zusammen. Darin tummeln sich 80 Kräfte, die sich an 50 Schulen im EN-Kreis um Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen kümmern. Im Verhältnis 1:1 gibt es für jeden eine feste Begleitperson. Immer mehr Mitarbeiter werden für die Aufgabe geschult, Ehrenamtliche fortgebildet.

Die Grundschule Holthausen beispielsweise besucht ein Kind mit einer körperlichen Behinderung. In Niederwenigern kommt bei einem Kind zu einer medizinischen Beeinträchtigung eine geistige Behinderung dazu. Wenn eine seelische Beeinträchtigung droht, werden Helfer aktiv. „Die Förderschule St. Georg ist mit im Boot, mit ihr arbeiten wir eng zusammen“, sagt Kerstin Koch. Auch um ein autistisches Kind an der Realschule Grünstraße kümmert sich die Lebenshilfe. Schulen und Lehrer sind unterschiedlich weit in der Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch die Hattinger Lebenshilfe geht es an.

„Vieles läuft schon“, sagt Beigeordnete Beate Schiffer. Und verweist auf „das wunderbare Schaubild“ der Aktion Mensch mit drei Kreisen. Im ersten, der Exklusion, kreist ein kleiner Kreis verloren um den großen. Bei der Integration – hier hat die Stadt einen Stab von Helfern – tummeln diese sich schon als bunter Fleck im Gesamtkreis der Gesellschaft. Die Inklusion ist nur noch ein einziger – bunter – Kreis.

Brigitte Ulitschka


Kommentare
15.01.2013
16:42
Lebenshilfe schult Inklusionshelfer
von webleser | #1

Ein wunderbares Projekt der Lebenshilfe e.V., die Ausbildung von Inklusionshelfern. Aber warum müssen Vereine der öffentlichen Schulverwaltung auf die Sprünge helfen? Das wunderschöne Foto zeigt eine entspannte Lehrerin, die sich mit 3 Kindern beschäftigt, davon ein Kind mit Down-Syndrom. Ich frage mich nur, was machen die anderen 27 Schulkinder der Klasse in der Zeit? Die Realität ist derzeit eine andere.

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