Laufen für muskelkranke Kinder
26.08.2011 | 22:00 Uhr 2011-08-26T22:00:00+0200
Hattingen. Das Schicksal von Robin (7) motivierte Mitarbeiter des Altenheims St. Josef am Kemnader Burglauf teilzunehmen.
Robin läuft fröhlich hinter seiner kleinen Schwester her. Jetzt gerade kann das der Siebenjährige, doch manchmal ist er dafür einfach zu schwach. Robin leidet an Muskeldystrophie Typ Duchenne – eine Art Muskelschwund. Seinetwegen nehmen zehn Mitarbeiter und vier Freunde des Altenheims St. Josef an der Brandtstraße am Kemnader Burglauf teil, joggen und walken zehn Kilometer oder einen Halbmarathon. Die „Aktion Benni und Co“ sammelt mit dem Lauf Geld, um die Forschung der Muskelkrankheit anzutreiben.
Sowohl Vater Rafael Kaminski (31) als auch Mutter Nicole (36) arbeiten im Altenheim St. Josef, daher kennen den kleinen Robin hier alle. Vor eineinhalb Jahren erhielt die Familie die Diagnose: Der kleine Robin ist muskelkrank. „Uns war aufgefallen, dass Robin später anfing zu laufen als andere Kinder, Schwierigkeiten hatte die Treppen hoch zu steigen“, schildert der Vater. Sie zogen von Arzt zu Arzt – niemand wusste genau, was mit Robin nicht stimmte. „Es war eine schlimme Zeit, ich hatte das Gefühl, keiner hört uns wirklich zu.“
Dann konnten Ärzte im Kinderkrankenhaus in Hagen an den Eiweißwerten feststellen, woran Robin leidet. Rafael Kaminski: „Wir müssen uns zusammenreißen, dürfen nicht in ein schwarzes Loch fallen, sondern offen mit dem Thema umgehen, damit es uns besser geht.“ Seit der Diagnose hat der Siebenjährige viermal in der Woche Krankengymnastik, zweimal in der Woche Ergotherapie. „Er muss im Moment nicht ständig im Rollstuhl sitzen, kann auch Strecken gehen “, sagt der Vater. Von den Mitarbeitern des Altenheims erhält die Familie Unterstützung und Mitgefühl. „Für uns war Robins Schicksal der Grund am Burglauf teilzunehmen“, sagt Bettina Ibscher von St. Josef. Das Altenheim trägt die Anmeldegebühr von zehn Euro pro Person. Vater Rafael Kaminski: „Wir sind sehr dankbar. Es gibt leider noch keine Heilung von der genetisch bedingten Krankheit.“ Sie endet tödlich.
Für den Burglauf um den Kemnader See haben sich die Mitarbeiter blaue T-Shirts drucken lassen, auf denen steht: „St. Josef läuft für Robin“. Auch das Team im Altenheim wird durch die gemeinsame Aktion gestärkt. „Kollegen zeigen große Solidarität, übernehmen unseren Dienst, damit wir laufen gehen können“, sagt Bettina Ibscher.
Familie Kaminski wird mit Robin den Teilnehmern am Sonntag zujubeln, winken und sie anfeuern. So ist die Motivation noch größer, denn, was gibt es schöneres und wichtigeres als ein Kind, das lächelt.
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