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Lange Haftstrafen für Betrug im Job-Center des EN-Kreises

18.10.2012 | 06:00 Uhr
Lange Haftstrafen für Betrug im Job-Center des EN-Kreises
Drei Betrüger wurden vom landgericht Hagen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.Foto: Theo Schmettkamp

Hattingen.  Eine Hattingerin (57) und eine Sprockhövelerin (55) ließen nach Überzeugung der 6. Großen Strafkammer am Landgericht Hagen knapp 530.000 Euro verschwinden. Als Mitarbeiterinnen des Job-Centers im Ennepe-Ruhr-Kreis machten sie sich in 135 Fällen strafbar. Dafür bekamen sie nun lange Haftstrafen.

Sie hofften auf Freispruch oder Bewährung. Vergeblich. Die beiden ehemaligen Mitarbeiterinnen des Job-Centers im Ennepe-Ruhr-Kreis, die offenbar im großen Stil in die eigene Tasche wirtschafteten, verurteilte das Hagener Landgericht am Mittwoch wegen gewerbsmäßiger Untreue in 135 Fällen zu Haftstrafen bis zu drei Jahren und neun Monaten.

Regungslosigkeit, Erstarren, Resignation: Das Urteil der 6. Großen Strafkammer hatte etwas von einem Paukenschlag und ging den Angeklagten sichtlich unter die Haut. Keine zwei Stunden zuvor beantragten die Verteidiger der 55-jährigen Angeklagten aus Sprockhövel und ihres „hilfsbereiten“ Ehemanns noch Bewährungsstrafen. Und, die Rechtsanwälte der bestreitenden 57-Jährigen aus Hattingen forderten einen Freispruch. Dann kam das böse Erwachen.

Verteidiger wollen in Revision gehen

Dreieinhalb Jahre Haft für die geständige Angeklagte, zweieinhalb Jahre für ihren Gatten und drei Jahre und neun Monate für die Frau, die bis zum bitteren Ende ihre Unschuld beteuerte und nichts von den Machenschaften ihrer früheren Kollegin gewusst haben will. Lediglich der Sohn des Paares aus Sprockhövel wurde tatsächlich vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen. Freude und Erleichterung zeigte er allerdings nicht. Mit gutem Grund: Sollte das Urteil rechtskräftig werden , gehen seine Eltern hinter Gitter.

Das Gericht hatte keine Zweifel daran, dass die Angeklagte aus Hattingen Mittäterin bei allen 135 Taten war – so wie es ihre geständige Ex-Kollegin von Anfang an behauptete. Die belastenden Angaben der Mitangeklagten seien konstant, detailreich und insgesamt glaubwürdig. Zumal es weder einen Grund noch ein Motiv für eine Falschbelastung gegeben habe.

Unter anderem das unbescholtene Vorleben, das Alter aller drei Verurteilten und die damit verbundene Haftempfindlichkeit sowie die fehlende Kontrolle, die die Taten so einfach machte, wirkten sich zu ihren Gunsten aus. Für das Paar aus Sprockhövel sprachen darüber hinaus die vollumfänglichen Geständnisse. Strafschärfend fielen der hohe Schaden, die Vielzahl der Taten, der lange Zeitraum und die kriminelle Energie ins Gewicht. „Sie sind das Ganze absolut systematisch und professionell angegangen“, so die Vorsitzende Richterin Dr. Elke Fiebig-Bauer.

Abgesehen von dem freigesprochenen Sohn dürfte es in Anbetracht drohender Gefängnisaufenthalte kaum überraschen, dass das Urteil nicht rechtskräftig wurde. Es ist damit zu rechnen, dass die Verteidiger Revision einlegen werden.

Beute-Aufteilung: ein Drittel, zwei Drittel

Knapp 530 000 Euro, so die Überzeugung der 6. Großen Strafkammer, ließen die beiden Frauen verschwinden –ein Drittel für die 57-Jährige aus Hattingen und zwei Drittel für die 55-Jährige aus Sprockhövel. Der offenbar ahnungslose Sohn und der eingeweihte Ehemann der Sprockhövelerin stellten Konten zur Verfügung, auf die das Geld floss. Der Gatte war darüber hinaus für die Verteilung der Summen zuständig.

Sylvia Mönnig

Kommentare
18.10.2012
14:41
Lange Haftstrafen für Betrug im Job-Center des EN-Kreises
von holmark | #4

Das hätte das Jobcenter doch intern regeln können. 100 % Sanktion bis die Kohle wieder drin ist... ;o)

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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/lange-haftstrafen-fuer-betrug-im-job-center-des-en-kreises-id7203759.html
2012-10-18 06:00
Landgericht, Job-Center, Ennepe-Ruhr-Kreis, Betrug, Hagen
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