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Lärm, Enge und Aussicht auf Besserung

14.09.2012 | 18:13 Uhr
Lärm, Enge und Aussicht auf Besserung
Neues Pflaster für die Heggerstraße. Hinten sieht man die zweite Großbaustelle. Kaufland ist eingerüstet. Auch dort wird kräftig gewerkelt.Foto:Joachim Haenisch

Hattingen.   Die Bauarbeiten für das neue Pflasterder Heggerstraße gehen voran

Eine Frau hält sich die Ohren zu, es stinkt nach Abgasen und lärmt fürchterlich. Auf dem schmalen Weg an der Seite der Heggerstraße drängen sich die Passanten hinauf und hinab, versuchen mit Kinderwagen, Dackel an der Leine und Rollator aneinander vorbeizukommen. Die Bauarbeiten für das neue Pflaster auf der unteren Hegger­straße laufen in vollen Zügen. Mit der Motorflex schneiden die Arbeiter die Steine passend, die Passanten weichen Fahrzeugen aus.

Vorm Wursthaus König steht ein Mann am Tisch und isst eine Bratwurst. Mittlerweile kann er dort wieder stehen, der unterste Teil der Heggerstraße ist wieder begehbar, die Bauarbeiter sind ein Stück weiter hoch gezogen. Filialleiterin Nadine Schrowang (24) bedient ihre Kunden. Vor kurzem sah das hier noch anders aus.

Ältere Menschen stolpern

„Die Ladentüren mussten wir wegen der Lautstärke und des Staubs schließen. Wir haben die Baustelle stark gemerkt, es gab viel weniger Laufkundschaft“, sagt sie. „Wegen des Platzmangels konnten wir keine Tafeln nach draußen stellen. Aber wir möchten nicht meckern, denn das neue Pflaster muss sein“ , so Schrowang. Dass die neuen Steine auf der unteren Heggerstraße nötig sind, darüber herrscht bei den umliegenden Verkäufern Einigkeit. Öfter haben sie mitbekommen, wie ältere Menschen gestolpert und hingefallen sind oder mit dem Rollstuhl schlecht über die Löcher im Pflaster fahren konnten. Dafür müssen die anliegenden Geschäfte im Moment Einbußen hinnehmen. „Wir hatten richtig Verlust“, bedauert Michele Larocca (45) von der Pizzeria „Pizza in“. „Der Krach ist so laut, ich kann manchmal nicht verstehen, welche Pizza die Kunden bestellen. Wir müssen schreien wie auf dem Markt.“

Passanten sind ratlos

Das größte Problem: „Es gab teilweise kein Durchkommen“, sagt Angela Gomes (29) von „Coroneo Friseure“. „Wir hatten fünfzig Prozent weniger Kunden. Einige Passanten haben sich sehr über die Baustelle aufgeregt. Die Arbeiter waren aber freundlich, sie haben den Weg so schnell wir möglich wieder freigemacht.“ Auch Daniela Horning (41), Angestellte beim Modegeschäft „Eiskirch“, lobt die Bauarbeiter. „Sie haben einer Frau mit Rollator über die Baustelle geholfen. Manche Leute, die nicht aus Hattingen kommen, wissen nicht, woher sie gehen sollen, stehen ratlos vor den Absperrungen.“

Zurzeit arbeiten die Bauarbeiter auf Höhe der Boutique „Bonita“. Der schmale Gang führt direkt am Modegeschäft vorbei. „Die Leute kommen mit ihren Fahrrädern herein, weil sie dem Gegenverkehr auf dem schmalen Weg ausweichen wollen“, sagt Verkäuferin Sabine Bensiek (42). Die Stände mit Jacken, reduzierter Ware und Angeboten müssen im Laden bleiben, draußen ist kein Platz. Sabine Bensiek denkt positiv: „Es wird hoffentlich bald vorüber sein.“

Lene Lemmer



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