Kunstrasen? Unentschieden!
03.03.2011 | 17:43 Uhr 2011-03-03T17:43:00+0100
Hattingen.Sportausschuss gibt die Entscheidung über neuen SPD-Antrag an Haupt- und Finanzausschuss sowie den Stadtrat weiter.
Die politische Meinung zu den Kunstrasen-Plätzen bildet sich so langsam neu, allerdings gibt es noch Beratungsbedarf. Zwar hat die SPD einen neuen Antrag vorgelegt, nach dem alle (Förder-)Vereine zum Zug kommen sollen, CDU und FDP haben im Sportausschuss aber deutlich gemacht, dass sie noch einmal in ihren Fraktionen darüber diskutieren wollen. Deshalb steht das Thema noch einmal auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 29. März sowie des Stadtrates am 7. April.
Im Mai 2010 hatte die Politik entschieden, dass die Ascheplätze an der Kohlenstraße, der Marxstraße und im Wildhagen für 200 000 Euro saniert werden. Falls die ansässigen Vereine – SuS Niederbonsfeld, SG Welper und TuS Hattingen – 150 000 Euro an Eigenmitteln zusammenbekommen, könnten Kunstrasenplätze erstellt werden. Hedefspor (Rauendahl) und der Förderverein Kunstrasen Holthausen (TuS Blankenstein) blieben außen vor. Nachdem im Herbst Widerstand laut wurde, befasste sich der Rat im Dezember erneut mit dem Thema und legte fest, dass sich der Sportausschuss noch einmal mit dem gefassten Beschluss aus dem Mai auseinander setzen soll.
Das war am Mittwochabend der Fall. Die SPD stellte in ihrem Antrag fest, dass die fünf betroffenen Ascheplätze – Holthausen, Niederbonsfeld, Welper, Wildhagen und Winz-Baak – „mittelfristig für den Sport benötigt werden“. Die Stadt soll über fünf Jahre (2011 bis 2015) jeweils 200 000 Euro für die Sanierung bereitstellen (aus der Sportpauschale und den Rückflüssen der Betriebe gewerblicher Art), die Vereine sollen die Kosten für die Erneuerung in Kunstrasen tragen (um die 150 000 Euro). Bei den Anlagen mit Schulnutzung (Welper, Wildhagen) soll der Eigenanteil um 15 Prozent verringert werden (auf dann etwa 125 000 Euro).
„Wir haben Millionen in die Hallen gesteckt, jetzt müssen endlich die Sportarten profitieren, die auf den Sportplätzen stattfinden“, begründet Rainer Sommer den Antrag. „Wir sind gar nicht so weit von ihrem Vorschlag entfernt“, erklärte Theo Haske (CDU). „Wir sollten nicht mehr über die Vergangenheit reden, sondern darüber, dass wir alle Ascheplätze in Kunstrasenplätze umwandeln. Allerdings haben wir Beratungsbedarf.“ Darauf Sommer: „Wenn dies zielführend ist, verschieben wir den Antrag gerne.“
Ablehnend steht die Fraktion von Grünen/FWI dem Antrag gegenüber. Barbara Holzapfel sprach von „Luftschlössern, die nicht tragbar sind“. Zudem führte sie aus: „Bei einer anderen Haushaltslage würden wir jedem Verein einen Platz gönnen. Doch unter den aktuellen Umständen sind wir dafür, drei Plätze zu sanieren – das wären insgesamt 600 000 Euro für den Fußball.“ Ihr Fraktionskollege Ernst Matl ergänzte: „Wir müssen zu einem vernünftigen Kompromiss kommen – wir können die 600 000 also auch durch fünf Vereine teilen.“
Jürgen Scholz (SPD) sagte: „200 000 kostet die Sanierung, so oder so – und wir sollten allen die Möglichkeit geben, Kunstrasen aufzulegen.“ Und Theo Haske konterte: „Wir müssen nicht täglich wiederholen, dass wir in der Haushaltssicherung sind, das sind wir seit zehn Jahren. Wenn es danach ginge, bräuchten wir auch keinen Etat mehr zu verabschieden, keine Sitzungen mehr halten, dann müssten wir gar nichts mehr machen.“
Kommentar: Guter Vorschlag mit Beratungsbedarf
Die Politik hat die Stadt ausgebremst. Gut so, denn der Druck, den Dezernentin Beate Schiffer im Sportausschuss aufbauen wollte, dass man dringend mit der Asche-Sanierung in Welper beginnen müsse, zeigt deutlich, wie sportfern diese Verwaltung nach wie vor denkt und handeln will.
Der Antrag der SPD, nach dem alle (Förder-)Vereine einen Kunstrasenplatz bekommen sollen, ist ein guter. Auch dass bei dem Klub begonnen wird, der als erster den Eigenanteil vorlegt, ist zu begrüßen. Gerade von Hedefspor gab es dafür viel Beifall – verständlich.
Nachvollziehbar ist der Wunsch der CDU, sich noch einmal in der Fraktion zu beraten, weil die Sozialdemokraten ihren Antrag erst kurzfristig vorgelegt hatten. Deshalb geht das Thema im Haupt- und Finanzausschuss und im Stadtrat noch einmal in die nächste Runde – es sind die richtigen Gremien, denn es soll ja ein Ratsbeschluss korrigiert werden.
Bleibt die Fraktion der Grünen/FWI. Barbara Holzapfel und Ernst Matl haben deutlich gemacht, dass sie nicht hinter dem SPD-Vorschlag stehen. Während Matl dabei mit falschen Zahlen und wackeligen Fakten argumentierte, sagte Holzapfel, dass der Antrag, nach dem der finanzstärkste Verein als erster, der finanzschwächste als letzter an die Reihe kommt, diskriminierend sei. Bleibt die Frage, was an dem aktuellen Beschluss, nach dem nur drei von fünf (Förder-)Vereinen berücksichtigt werden sollen, nicht diskriminierend ist? Zudem hätten die finanzschwachen Vereine bei diesem Verfahren ein paar Jahre mehr Zeit. ihr Geld zusammenzutragen. Michael Brandhoff
00:52
Dusselbiene: Ich weiß, wer`s schreibt.
Nomen est omen...Ihr Name sagt alles....
15:51
Für das aktuelle Gezerre um die Ausstattung der Sportplätze mit Kunstrasen gilt das bereits am 25.11.2010 an dieser Stelle geschriebene:
„Als die britische Staatsbahn die Dampflokomotiven durch moderne Diesel- und Elektroloks ersetzte war der Heizer überflüssig. „Dank“ der damals sehr starken Gewerkschaften fuhren diese jedoch weiter mit.
In ähnlicher Weise verfährt unsere Bürgermeisterin jetzt bei der Kunstrasenproblematik. Der nicht mehr zeitgemäße Ascheplatz sichert hier teure Planstellen für Wartungspersonal, welches beim pflegeleichteren Kunstrasen nicht mehr gebraucht würde.
Das Abblocken von Vereinen wie Hedefspor, die sogar den irrsinnig hohen Eigenanteil aufbringen können, spricht schon eine sehr deutliche Sprache.
In Großbritannien fuhren zwar anfänglich noch Heizer auf modernen Lokomotiven, aber man hatte zumindest eine zeitgemäße Technik. Die Bevorzugung von Ascheplätzen durch unsere Bürgermeisterin hätte damals bei den britischen Staatsbahnen bedeutet: Ersatz der Dampflokomotiven durch Dampflokomotiven.
Hier wird der Rückschritt zum Fortschritt deklamiert.“
Ergänzend müsste man den vorletzten Satz erweitern: Ersatz der alten gebrauchten Dampflokomotiven durch baugleiche neue Dampflokomotiven gleicher Bauart.
09:36
Sie haben wirklich keine Ahnung, was?
Die 600.00 Euro sind vorhanden und es geht um die Verteilung der Gelder!
Die zu klärende Frage ist: Sanierung der Ascheplätze oder Umgestaltung in Kunstrasenplätze?
Und vom Fußball haben Sie auch keinen blassen Schimmer, denn es ist für die Fußballjugend wichtig, dass wir nicht 20 Jahre hinter dem Standard der Trainingsmöglichkeiten der umliegenden Städte liegen. Helau und Petri Heil
05:21
Und wieder eine neue Geschichte aus dem Tollhaus einer Stadt, die sich nicht einmal ordentliche Schulen und schlaglochfreie Straßen leisten kann. Aber wie immer machen die Sozen den Lautsprecher, versprechen das Blaue vom Himmel. Nur mit dem bezahlen haben es die Versprecher nicht so. Da werden dann abenteuerliche Vorschläge gemacht.
Ganz klar: Wenn vereine Kunstrasenplätze haben wollen, dann sollen sie diese auch selber finanzieren. Verpflichtet ist die Stadt allenfalls dazu, Sportstätten vorzuhalten. Dazu freilich reicht ein Aschenplatz. Für mehr ist einfach kein Geld da. Das müssen die Mecker-Klubs endlich kapieren. Und wenn die Kicker sanft fallen sollen, dann muss man eben halt Spielerprämien aufgeben und die Kohle in den Kunstrasen stecken. Und mit der Sammelbüchse umhergehen. Oder Sponsoren suchen....Und die Provinzdebattierer der Hattinger Sorglos-Parteien müssen endlich lernen, dass man sich aufgrund der miesen s e l b s t v e r s c h u l d e t e n Finanzlage endlich b e s c h e i d e n muss. Sonst wird das nie mehr was, mit dem Abbau der Schulden!