Kunst-Vögel weisen in Hattingen den Weg in die Freiheit

Abflug in die Freiheit: Anneleen Hollen zeigt ihre „Draadwerken and much more“ bis zum 12. Juli im Alten Rathaus.
Abflug in die Freiheit: Anneleen Hollen zeigt ihre „Draadwerken and much more“ bis zum 12. Juli im Alten Rathaus.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Kunstverein eröffnet Ausstellung „Draadwerken And Much More“ im Alten Rathaus

Hattingen..  Es sind eindeutig Vögel, die da faul an der Mauer der Galerie im Alten Rathaus lehnen. Aber man sieht sie sofort vor sich, die Jugendlichen mit der lässigen Körperhaltung, die chillen. Besucher jeder Altersklasse sind willkommen, mit Anneleen Hollen einen „Summer In The City“ zu verbringen. Doch mit „Draadwerken And Much More“ will der Kunstverein als Veranstalter diesmal gezielt Jugendliche ansprechen.

Man fühlt sich auch direkt in eine junge, leichte und sorglose Welt versetzt. In die Sprache der Jugend und ihre Ausdrucksmittel hineinkatapultiert. Mitten in einem Comic. Sie stehen so unbeweglich, als wären sie aus Stein, die faulen Vögel, aber dieses junge Raben-Pärchen ist aus einem speziellen Schaumstoff. Eine Ausnahme in der Galerie der Stadt. Die Frau, die sie geschaffen hat, ist auf Draht, wenn es darum geht, Menschen zu beobachten. Und mit Draht bildet sie vieles ab. Zwei der Vögel sind Christiane Nicolai, der Vorsitzenden des Kunstvereins, bei einem Aufenthalt in Friesland über den Weg geflattert. Sie hat sie und die Künstlerin eingefangen für eine Ausstellung in Hattingen.

Einfangen lassen sich die munteren Vögel nicht. Auch wenn sie manchmal etwas konfus wirken, scheinbar die Orientierung verloren haben, nach der richtigen Richtung suchen. Selbstverständlich finden sie sie. Es geht immer hinaus, in die Freiheit. Ihr Gefieder schillert oft silbern, Gesichter und Köpfe sind aus Coladosen geformt. Für die Besucher bei der Eröffnung gab es statt Cola spritzige Sommer-Cocktails – passend zum Sommer in der Stadt, dem übergeordneten Motto der Ausstellung.

Auch Zeichnungen bekommen die Zuschauer zu sehen. Die kleine Geschichten erzählen. Wie Jugend-Comics. Vom Wachsen und Gedeihen von Pflanzen. Oder von menschlichen Aktivitäten. „Meine Arbeit ist frei von anatomischer Korrektheit“, sagt Anneleen Hollen. Und erzählt von einem Beitrag über Frauen, die sagen sollen, was sie an ihrem Körper mögen. Als sie die Frage für sich selbst beantworten soll, sagt sie spontan: „Meinen Humor – aber das hat ja nichts mit meinem Körper zu tun.“