Kulturklub wird aufgelöst

Im Kulturklub engagierten sich 27 Jahre lang viele Schüler – hier die Gruppe aus dem Jahr 2005.
Im Kulturklub engagierten sich 27 Jahre lang viele Schüler – hier die Gruppe aus dem Jahr 2005.
Foto: wafi - bild GbR
Was wir bereits wissen
Weil kein neuer Leiter gefunden werden konnte, wird nach 27 Jahren die Gruppe zur Förderung des kulturellen Lebens am Gymnasium Holthausen verabschiedet.

Hattingen..  Nach 27 Jahren ist es nun vorbei mit dem Kulturklub am Gymnasium Holthausen. Am Sonntag wird die Gruppe, die sich über Jahrzehnte für die Förderung des kulturellen Lebens am Schulzentrum stark gemacht hatte, offiziell verabschiedet. Weil sich kein Nachfolger für den Initiator und Leiter des Klubs, den ehemaligen Lehrer Werner Krüsmann, fand.

Noch Jahre nach seiner Pensionierung 2009 hatte Krüsmann die Geschicke des Klubs geleitet – immer unterstützt von einer Gruppe engagierter Schüler. Denn in erster Linie war der Kulturklub seit er 1988 aus dem Flimclub hervorging, immer ein Schülerprojekt. „Wir waren in der Regel 15 bis 20 Leute und jeder hatte bei Abstimmungen eine Stimme – auch ich hatte nur eine“, erinnert sich Krüsmann.

Und gemeinsam mit seinen Schülern bereicherte er das Kulturleben am Gymnasium Holthausen – „für Eltern, Lehrer und Schüler“. So gab es insgesamt 38 Fahrten in europäische Städte. Krüsmann organisierte 83 Theaterfahrten. So auch die letzte des Kulturklubs im Jahr 2013 zum Ballett in Dortmund. Unvergessen bleiben die Gastspiele, die der Klub in die Schule holte. So testete Herbert Knebel – quasi inkognito als Uwe Lyko – sein Programm in der Aula. Jochen Malmsheimer, dessen Bruder in Holthausen unterrichet, trat ebenso auf wie Dieter Hildebrand. „Der war der bescheidenste und dankbarste Gast, obwohl er so bekannt war“, sagt Krüsmann.

Der Kulturklub holte die 1Live-Party mit Jürgen Mayer und Thomas Bug nach Holthausen. Und die Feuerwehr gleich mit als eine Nebelmaschine unter dem Rauchmelder Alarm auslöste. Die Schüler organisierten auch die Sommer- und Weihnachtskonzerte mit. Auf Initiative des Klubs wurde das selbst geschriebene Musical Blauer Planet und auch Linie 1, übrigens mit Alina Süggeler, heute Frontfrau von der Pop-Band Frida Gold, als Sängerin, auf die Bühne gebracht.

Drumrum verkauften die Mitglieder des Kulturclubs Getränke und kümmerten sich um Licht- und Tontechnik. Die finanzierten sie auch selbst: „Wir haben Scheinwerfer, Mikrofone und Lichtorgeln gekauft“, berichtet der ehemalige Leiter des Klubs. Davon profitiert die Schule noch heute.

Dennoch wird der Kulturklub nun aufgelöst. „Das muss man mit Begeisterung machen oder gar nicht“, weiß Krüsmann und bedauert, dass sich kein Nachfolger finden ließ. Das Restguthaben des Klubs, immerhin 3000 Euro, wird nun für die Arbeitsgemeinschaften Technik, Moderation und Catering verwendet, die sein Erbe zumindest zum Teil aufrecht erhalten.