Kulturbüro schließt 2017

Wenn Axel Schuldes im Jahr 2016 in den Ruhestand geht, wird es die Vielfalt des Kulturbüros nicht mehr geben.Foto:AREND
Wenn Axel Schuldes im Jahr 2016 in den Ruhestand geht, wird es die Vielfalt des Kulturbüros nicht mehr geben.Foto:AREND
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Was wir bereits wissen
Welche Angebote Bürger noch erwarten dürfen, erfahren sie in diesem Herbst. Beigeordnete: „Wenn wir eine Agentur beauftragen, wird es teurer als jetzt.“

Hattingen..  „Wir werden kein Kulturbüro mehr haben“, sagt Beigeordnete Beate Schiffer. Würde dessen Leiter Axel Schuldes „jetzt sofort woanders hingehen, würde die Stelle nicht mehr besetzt“. Er geht nicht jetzt sofort woanders hin, sondern Ende 2016 in Ruhestand. Im Stellenplan hat sein Job den KW-Vermerk für das, was wegfallen kann. Dieser sei, so Schiffer, „stellen-, nicht personenbezogen“.

Welche Angebote Bürgerinnen und Bürger künftig erwarten dürfen, erfahren sie im Herbst. Dann wird der Kulturausschuss darüber informiert, was auch in Zukunft vorgehalten werden soll. Es wird auf jeden Fall weniger werden. Der Fachbereich der Stadt berät derzeit, was weiterlaufen soll. Für unwahrscheinlich hält die Verwaltung jetzt schon eine Fortführung des Musiktheater- und Schauspiel-Abos, wie sie auch in der Vorlage für den Kulturausschuss klar gemacht hatte, der jetzt tagte. Für die kommende Spielzeit 2015/16 hat das Kulturbüro darauf verzichtet, das Abonnement neu aufzulegen – damit es 2016/17 nicht wieder eingestellt werden muss.

Drei Spielzeiten lang ist es gelaufen – mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von 50 Personen. Die letzte Theaterfahrt fand am 21. April 2013 statt. Damals sahen die Teilnehmer „Arsen und Spitzenhäubchen“ im Schauspielhaus Dortmund.

Bis zur Spielzeit 2009/2010 bot das Kulturbüro ein Musiktheater-Abonnement mit fünf Aufführungen in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Dortmund an. Das Publikum konnte nichts auswählen, sondern nur alle fünf Stücke buchen, die das Kulturbüro ausgesucht hatte aus den Genres Oper, Operette, Musical und Ballet. Da die Besucherzahlen „trotz intensiver Werbung“ rückläufig waren, wurde seit 2010/2011 ein differenzierteres und flexibleres Format geboten. Mehr Veranstaltungen, mit dem Schauspiel Dortmund ein sechstes Haus und ein weiteres Genre.

Das Publikum hatte die freie Auswahl zwischen sechs Terminen. Minimum für ein Abonnement waren drei Stücke, es konnten aber auch vier, fünf oder sechs Aufführungen gebucht werden. Außerdem bestand die Möglichkeit, einen Shuttlebus zu nutzen. Aus Sicht der Verwaltung war das Format kundenfreundlich, aber mit viel Aufwand verbunden.

Viel Aufwand kann künftig nicht mehr betrieben werden. Verwaltung und Organisation ziehen nach Blankenstein. Was wegfallen wird, kann Beate Schiffer „detailliert nicht sagen“. Was von außerhalb eingekauft wird, „wenn wir eine Agentur beauftragen, wird auf jeden Fall teurer als jetzt“.