Kultur-Pläne: Das Interesse fehlt

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Im Jahr 2013 startete die Entwicklungsplanung. Einige Projekte scheiterten an mangelnder Beteiligung. Für das Kulturkataster wird aktuell ein Bufdi gesucht.

Die Zukunft der Kultur in Hattingen gestalten ist Ziel der Kultur-Entwicklungsplanung, die die Stadt als eine von sieben Kommunen, erarbeitet hat. Was aus den Ideen geworden ist, ist am Donnerstag Thema im Kulturausschuss. Und ein Blick auf die Projekte und Maßnahmen zeigt: Manches ist gescheitert, einiges weiterhin nur eine Idee, anderes wurde bereits angestoßen. Und: Ohne das Interesse der Hattinger bleibt vieles nur ein Gedankenspiel.

Auf dem besten Weg befindet sich das Kulturkataster. Unter dem Namen „Kultur@Kompakt“ will die Stadt ein Online-Portal schaffen, in dem alle Kultur-Einrichtungen der Stadt erfasst sind. „Aktuell wird an der technischen Umsetzung gearbeitet“, heißt es aus der Verwaltung. Als größere Hürde stellt sich derzeit die personelle Besetzung dar: „Ein Bundesfreiwilligendienstler soll die Daten sammeln und einpflegen. Es könnte ab sofort losgehen, aber wir haben noch keine geeigneten Bewerbungen bekommen“, bedauert Kulturdezernentin Beate Schiffer. Die Stelle soll ausschließlich durch Sponsoren finanziert werden.

Kulturforum gescheitert

Gescheitert ist vorerst das geplante Kulturforum. Für in der Kulturarbeit Aktive und Interessierte sollte es ein Ort des Austauschs sein. „Die Maßnahme fand aber keine Zustimmung bei den Beteiligten“, fasst die Verwaltung zusammen. Die Idee möchte Beate Schiffer aber noch nicht ganz aufgeben. Allein: „So ein Kulturforum sollte sich selbst organisieren“ – als Netzwerk der Künstler außerhalb der städtischen Verwaltung. Denn dort bietet der „Runde Tisch Kunst und Kultur“ bereits Raum zu Dis­kussion von Kunstschaffenden, Politik und Verwaltung.

Priorisiert wurde in der Kultur-Entwicklungsplanung auch das Ziel, eine „Bürgerstiftung“ zu gründen. Diese sollte aus einer „Verantwortungsgemeinschaft von Verwaltung, Unternehmern, Kulturaktiven und -förderern und anderen Arbeitgebern hervorgehen. Ihre Aufgabe: die Förderung und Unterstützung des kulturellen Lebens. Auch diese Maßnahme konnte noch nicht umgesetzt werden.

„Der Planungsprozess ist sehr wichtig“, betont Beate Schiffer trotzdem. Er erhöhe die Chancen der Stadt auf Fördermittel bei der Bewerbung um Landesprojekte. Vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der den Prozess in den Kommunen begleiten sollte, fühle sich die Stadt aber allein gelassen. Die Hauptarbeit sei am Fachbereich Kultur hängen geblieben: „Hätten wir gewusst, wie viel Arbeitskraft das bindet, hätten wir wohl nicht zugesagt.“